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Schleswig-Holstein Land kauft 55 Schweizer Akku-Züge
Nachrichten Schleswig-Holstein Land kauft 55 Schweizer Akku-Züge
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21:03 14.10.2019
Von Christian Hiersemenzel
Schleswig-Holstein hat bei der Firma Stadler 55 batteriebetriebene Elektrozüge bestellt. Sie sollen ab Ende 2022 zum Einsatz kommen. Quelle: Nah.SH
Kiel

„Wir hätten uns gewünscht, dass Wasserstoff zum Einsatz kommt“, sagte BUND-Expertin Kirsten Kock und verwies auf Schleswig-Holsteins überschüssigen Windstrom. Statt Windräder abzuschalten, weil die erzeugte Elektrizität nicht ins Netz eingespeist werden kann, sollte man den Strom lieber über Elektrolyse speichern und damit Züge fahren lassen. „Es geht um eine Zukunftstechnologie für Strecken, auf denen der Bau einer Oberleitung wirtschaftlich unrentabel ist.“ Eine Wasserstofftankstelle in Neumünster würde reichen, um damit alle Züge im Norden zu beliefern.

Die Vorteile: Leiser, grüner und schneller als Dieselloks

Leiser und mit einer Spitzengeschwindigkeit von 160 Stundenkilometern deutlich schneller als die bisherigen Dieselloks sollen die neuen Akku-Züge sein, vor allem aber energiesparender und emissionsärmer. Sie haben 124 Sitzplätze, sind klimatisiert und verfügen über WLAN. Laut Nahverkehrsverbund Nah.SH ist ihr Einsatz auf den Strecken von Kiel über Lübeck nach Lüneburg geplant, von Kiel nach Husum, nach Rendsburg sowie über Eckernförde nach Flensburg. Weitere Strecken führen von Bad Oldesloe über Neumünster und Heide nach Büsum sowie von Husum nach St. Peter-Ording. Mit der Inbetriebnahme wären im Norden kaum noch Dieseltriebwagen unterwegs. Die Akkus verfügen über eine Reichweite von 150 Kilometer, sind auf dem Dach montiert und sollen an den Oberleitungen an den Bahnhöfen Kiel, Neumünster, Flensburg, Lübeck und Lüneburg sowie auf der Strecke Osterrönfeld-Jübek aufgeladen werden. Verzögerungen im Fahrplan sollen sich dadurch nicht ergeben.

Keine Investition in teure Oberleitungen nötig

„Wir schaffen ein Stück der nötigen Elektrifizierung des Bahnverkehrs, ohne in die teuren Oberleitungen investieren zu müssen“, sagte Buchholz. Ihn freue, „dass diese Lösung so wirtschaftlich ist“. Nach einer Anschubfinanzierung von 80 Millionen Euro sind Jahresraten verabredet. „Über den Investitionszeitraum gerechnet liegen wir etwas günstiger als mit Dieseltriebwagen“.

Zugleich wies der Minister darauf hin, dass man eine sogenannte Investitionspartnerschaft mit dem Hersteller geschlossen habe. „Nach den Erfahrungen auf der Marschbahn, aber auch in anderen Netzen war es uns wichtig, den Hersteller mit in die Alltagsverantwortung zu nehmen.“ Stadler plant die Instandhaltung an den Standorten Neumünster und Rendsburg.

Buchholz: Kein Hersteller setzte auf Wasserstoff

Warum die Landesregierung nicht auf die zukunftsweisendere Technik Wasserstoff setzt? In Ministeriumskreisen teilt man die Kritik des BUND, schiebt den schwarzen Peter aber Richtung Herstellerfirmen. Diese hätten die Chance vertan, eine wichtige Nische zu besetzen und sich Folgeaufträge zu sichern. Man habe die 2016 gestartete Ausschreibung ausdrücklich technologieoffen formuliert. Am Ende sei jedoch nur dieses einzige Angebot übrig geblieben.

Ganz glücklich sind auch die Fraktionen im Landtag nicht: „Wasserstoffbetriebene Züge wären wünschenswert gewesen“, sagte Kai Vogel (SPD) und verwies auf Beispiele in Niedersachsen. Kay Richert (FDP) sprach von einer ersten Weichenstellung. „Jeder Akku- oder Wasserstofftriebwagen bedeutet eine Diesellok weniger.“ Klar sei aber, dass Wasserstoff langfristig in allen Verkehrsbereichen der Schlüssel für saubere Mobilität sein werde. Andreas Tietze (Grüne) versprach, dass man Wasserstoffzüge auf anderen Strecken politisch forcieren werde.

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