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Schleswig-Holstein Helmer Krane für die FDP im Wahlkampf
Nachrichten Schleswig-Holstein Helmer Krane für die FDP im Wahlkampf
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17:09 22.05.2019
Von Ulf Billmayer-Christen
Helmer Krane aus Bad Bramstedt ist für die FDP im Wahlkampf bewirbt sich um einen Sitz im Europaparlament. Quelle: Benjamin Diedering
Bad Bramstedt

Helmer Krane zieht alle Online-Register. Der junge Spitzenkandidat der Nord-FDP bei der Europawahl ist auf Instagram, Facebook und Twitter unterwegs, stellt sich Bürgern in einer Internet-Fragerunde und kämpft „selbstverständlich“ gegen Uploadfilter. „Ich bin für ein freies Internet“, bekräftigt der 28-jährige Liberale aus Bad Bramstedt.

Helmer Krane ist überzeugter Europäer

Mit ebenso viel Leidenschaft wirbt Krane dafür, die Europäische Union weiterzuentwickeln, und zwar zu Vereinigten Staaten von Europa. „Wir brauchen eine gemeinsame Außen- und Sicherheitspolitik.“ Also einen EU-Außenminister, der Putin und Trump die Stirn bietet. Und eine EU-Armee, die den Kontinent schützt. Als Bremsklotz auch in der Außenpolitik hat der Liberale das Einstimmigkeitsprinzip in der EU ausgemacht. „Wir sollten Mehrheitsbeschlüsse einführen, um handlungsfähig zu werden.“

Einmal in Fahrt, legt der dynamische Vielwisser nach. In der EU gäben die Mitgliedsstaaten den Ton an. Auf Nachfrage stellt Krane vorsichtshalber klar, dass das Parlament in Brüssel natürlich Einfluss habe. „20 Prozent obendrauf wären aber gut.“ Das Parlament müsse ein Initiativrecht erhalten, um selbst Vorschläge zu machen. Ziel sei, „den Menschen die Kontrolle über die EU zu geben“. Das Parlament sei schließlich weltweit die einzige internationale Institution, die von den Bürgern direkt gewählt werde.

Für die FDP im Wahlkampf

„Ich war immer schon ein überzeugter Europäer“, erzählt Krane. Ein Schlüsselerlebnis war zu seinen Uni-Zeiten ein Auslandssemester in Reykjavik. Auf Island, also außerhalb der EU, habe er junge Menschen aus halb Europa getroffen. Möglich war das, weil die EU über das Erasmus-Programm den Studentenaustausch mitfinanziert. Der frischgebackene Volljurist plädiert für den Ausbau des Erasmus-Programms, denkt dabei aber nicht nur an Studenten. „Wir müssen auch mehr Plätze für Auszubildende schaffen“, fordert er. „Ein Meister soll genauso wertvoll wie ein Master sein.“

Wenig Aussichten bei der Europawahl

Für die Nord-FDP wünscht Krane sich ein Ergebnis, das über dem Bundesschnitt liegt. „Acht bis zehn Prozent wären ganz ordentlich.“ In den bundesweiten Umfragen liegen die Liberalen derzeit deutlich darunter. „Für mich wird es bei dieser Europawahl vermutlich nicht reichen“, bilanziert er nüchtern. Der Spitzenmann der Nord-FDP, der nur in wenigen Orten in Schleswig-Holstein von Plakaten lächelt, hat auf der entscheidenden Bundesliste nur Platz 16 erhalten. Ebenso viele Prozente müsste die Bundes-FDP holen, um den Bad Bramstedter FDP-Fraktionschef ins EU-Parlament zu katapultieren. „Ich war nach dem Europaparteitag schon enttäuscht, aber nur ein paar Tage“, erinnert sich Krane. „Jetzt mache ich Wahlkampf.“

Die Grundstimmung im Internet und auf der Straße sei sehr positiv. „Mit mir diskutieren die Menschen nie über das Ob von Europa, sondern nur über das Wie.“ Die Rechtspopulisten, die fast in allen EU-Ländern antreten, erwähnt der FDP-Mann in seinen Reden in der Regel mit keinem einzigen Wort. „Es wäre ein Fehler, sich selbst in die Defensive zu begeben.“ Außerdem sei er wie die gesamte FDP „zukunftsoptimistisch“. Wegducken tut sich Krane allerdings nicht. „Ich scheue auch bei Rechtspopulisten nicht den Diskurs“, versichert der Europa-Fan, dem in der Landes-FDP durchaus eine Polit-Karriere zugetraut wird.

Helmer Krane ist Jurist und kurz vor dem zweiten Staatsexamen

Krane ist im Wahlkampf so engagiert, dass nicht nur Parteifreunde vor ihm den Hut ziehen. Dafür musste er nicht einmal Urlaub nehmen. „Der Zeitpunkt der Europawahl ist für mich ideal“, schmunzelt Krane. Die Wahl liege genau zwischen seiner zweiten Staatsprüfung als Jurist und dem Start ins Berufsleben, erzählt er und macht sich auf den Weg zum nächsten Termin. Denn neben der Online-Präsenz setzt Krane auf die üblichen Offline-Veranstaltungen. Bis zum Wahlsonntag werden es mehr als 100 sein.

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