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Schleswig-Holstein Schützenhilfe für Uni-Präsident Kipp
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12:30 02.11.2019
Von Christian Hiersemenzel
"Schon jetzt besteht ein wissenschaftspolitisches Nord-Süd-Gefälle zu Ungunsten der Hochschulen des Nordens“, sagt Rolf Fischer, ehemaliger Staatssekretär (SPD). "Wer nicht den Anschluss verlieren wolle, müsse sich national und international sichtbarer machen." Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Es geht um sehr viel Geld. Die Exzellenzunis erhalten jeweils bis zu 28 Millionen Euro pro Jahr. Drei Viertel des Geldes kommen vom Bund, ein Viertel vom Land, in dem die Hochschulen ihren Sitz haben. Insgesamt beträgt die Summe jährlich 148 Millionen Euro. Kiel war bei der Vergabe Mitte Juli leer ausgegangen, und Uni-Präsident Lutz Kipp hatte kürzlich im Bildungsausschuss des Landtags darauf hingewiesen, dass in Schleswig-Holstein ein eigenes Wissenschaftsministerium hilfreich wäre, um bundesweit konkurrenzfähig zu werden. Richtig so, meint Rolf Fischer (SPD). Der ehemalige Wissenschaftsstaatssekretär fordert die Landesregierung dringend zum Umsteuern auf.

"Konkurrenz wird härter"

„Die Konkurrenz zwischen den Ländern wird absolut härter“, stellt Fischer fest. „Schon jetzt besteht ein wissenschaftspolitisches Nord-Süd-Gefälle zu Ungunsten der Hochschulen des Nordens.“ Wer nicht den Anschluss verlieren wolle, müsse sich national und international sichtbarer machen. Eine Ministerin jedoch, die in ihrem Ressort außer für Wissenschaft und Kultur vor allem für Schule und Bildung zuständig ist, könne das nicht leisten. Nicht zuletzt gehe es um viel Geld. „Ein eigenes Ministerium ist sichtbarster Ausdruck politischen Willens eines Landes, seine Wissenschaft zu stärken.“ Andere Länder hätten bereits entsprechend vorgelegt.

"Wissenschaft ist nicht auf Augenhöhe mit Bildung, Umwelt und Wirtschaft"

Die Augenhöhe mit Bildung, Wirtschaft und Umwelt sei im Norden aber nicht vorhanden. Stattdessen verteile die Landesregierung die politische Zuständigkeit für universitäre und außeruniversitäre Einrichtungen wie die Leibniz- und Helmholtz-Institute gleich auf mehrere Ministerien. Die Folge: „Wissenschaftspolitik leidet unter Ressort-Egoismen.“ Ein neu zu gründendes Wissenschaftsministerium müsse im Übrigen auch die Zuständigkeit für Digitalisierung erhalten, die bislang im Umweltministerium angesiedelt ist. „Sie demokratie- und sozialverträglich weiterzuentwickeln und Vorschläge für einen verantwortungsvollen Einsatz anzubieten, ist Aufgabe von Wissenschaft.“

Fischer war bereits in der Albig-Regierung mit seinem Vorschlag gescheitert

Hohe Kosten und kein Personal? „Das Personal ist bereits vorhanden“, stellt Fischer fest. Die Mitarbeiter müssten aus den bestehenden Fachabteilungen der anderen Häuser zusammengeführt werden. Abgesehen davon: „Wertschöpfung, Innovation und auch Prestige erfolgreicher Wissenschaftspolitik rechnen sich.“ Fischer hatte bereits unter der Vorgängerregierung seines Kieler SPD-Parteifreundes Torsten Albig vergeblich für ein eigenes Haus gekämpft.

Kieler Uni hatte sich 100 Millionen Euro zusätzlich erhofft

Die Kieler CAU hatte für sieben Jahre ein Volumen von insgesamt 100 Millionen Euro beantragt: 60 Millionen für bis zu 140 neue Personalstellen, 40 Millionen Euro für Sachmittel. In ihrem Konzept war es um sogenannte transdisziplinäre Forschung und Lehre gegangen: Wissenschaftler sollten mit Partnern aus Politik, Wirtschaft, Medien und Schulen zusammenarbeiten. Man wollte dem „freien Denken“ neue Räume eröffnen, Forschung und Transfer inspirieren, digitale Bibliotheken schaffen, innovative Lehrformen etablieren und die Spitzenforschung vorantreiben.

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