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Schleswig-Holstein Extremwetter: Experten warnen vor deutlich mehr Schäden
Nachrichten Schleswig-Holstein Extremwetter: Experten warnen vor deutlich mehr Schäden
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06:00 15.11.2019
Von Heike Stüben
Sintflutartige Regenfälle nehmen zu, sind aber meist lokal begrenzt. Bisher trifft es den Norden und Westen von Schleswig-Holstein am stärksten. Doch die Meteorologen sagen: Starkregen kann jeden Ort treffen. Quelle: KN-online
Kiel

Angesichts des Klimawandels ist das völlig unzureichend, mahnen Umweltminister Ja Philipp Albrecht (Grüne) und Alexander Blažek, Vorsitzender von Haus & Grund Schleswig-Holstein.

Denn Extremwetterereignisse wie Starkregen, Sturm, Hagel und Hochwasser werden nach einer Prognose von Klimawissenschaftlern und dem Gesamtverband der Versicherungswirtschaft GDV deutlich zunehmen und für noch mehr Schäden sorgen.

Risiko Starkregen im Sommer

Das werde vor allem die Sommer betreffen. Im Vergleich zur Periode 1984 bis 2008 ist von 2011 bis 2040 für Schleswig-Holstein ein Anstieg der Schäden von zehn bis 20 Prozent prognostiziert. Bis 2070 sogar um rund 60 Prozent, wenn keine einschneidenden Maßnahmen gegen den Klimawandel erfolgen.

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Extreme Stürme, die bisher alle 50 Jahre auftreten, gebe es dann alle zehn Jahre. „Es muss mit einer deutlich höheren Wahrscheinlichkeit mit Starkregen gerechnet werden als bisher angenommen", sagt Andreas Becker, Klimaexperte beim Deutschen Wetterdienst. Starkregen könne jeden Ort treffen. Dieses Risiko werde häufig unterschätzt, mahnt GDV-Präsident Wolfgang Weiler. „Vor allem Überschwemmungen durch Starkregen können jeden treffen. Ohne Komplettschutz steht im Extremfall die Existenz auf dem Spiel.“ 

Kanalisation fit machen, Flächen entsiegeln

Alexander Blažek von Haus und Grund Schleswig-Holstein sieht auch die Städte gefordert: „Die Kanalisation muss auf Vordermann gebracht werden. Mehr Flächen müssen entsiegelt werden, um sintflutartige Niederschläge aufnehmen zu können.“ 

Für Umweltminister Jan Philipp Albrecht (Grüne) ist eine Doppelstrategie notwendig. Um den Klimawandel abzubremsen, sei konsequenter Klimaschutz notwendig. „Klimaschutz ist keine Beschäftigungstherapie für eine Wohlstandsgesellschaft, sondern essenziell. Ohne ihn werden die Folgen des Klimawandels auch bei uns noch gravierender sein.“

Gegen Starkregen und Hochwasser versichern

Gleichzeitig müsse man sich auf zunehmende Extremwetter vorbereiten. Das Land habe sein Konzept für den Küstenschutz angepasst und baue Klimadeiche. „Genauso sollten Privateigentümer sich gegen kostspielige Schäden absichern.“

Auch Haus & Grund appelliert an Hauseigentümer, ihren Versicherungsschutz anzupassen. Während Hagel oder Sturm fast immer abgedeckt sind, seien nur 27 Prozent der Gebäude gegen Starkregen, Hochwasser und Schneedruck versichert. Die Elementarschadenversicherung ist je nach Risikozone unterschiedlich teuer, erklärt Blažek. „In Kiel kann man aber schon sich für einen zweistelligen Jahresbetrag gegen Elementarschäden versichern.“ 

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