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Schleswig-Holstein Reine Vertrauenssache
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06:33 05.03.2019
Von Christian Hiersemenzel
Ministerpräsident Daniel Günther (CDU) steigt aus seinem BMW. "Mein Fahrer bekommt jede politische Absprache, jedes Telefoninterview und jedes Mitarbeitergespräch mit. Das setzt absolutes Vertrauen voraus." Quelle: Carsten Rehder
Kiel

Grüne, SSW und AfD rechnen über die Landtagsverwaltung jeweils einen eigenen Chauffeur für ihre Vorsitzenden ab. Ohne die 50 Männer und Frauen der Fahrbereitschaft kämen die Regierungsmitglieder und Fraktionschefs nicht vom Fleck.

Die 58-jährige Fahrerin von Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) war von einem Amtsrichter wegen Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer 2000 Euro hohen Geldstrafe verurteilt worden. Sie hatte im Mai 2018 um 8.30 Uhr ihren Chef in Norderstedt abholen wollen, war dann aber in einen Stau geraten und hatte ein Blaulicht auf den Mercedes gesetzt, um links vorbeizuziehen. Auf der Gegenfahrbahn war sie mit einem Kleinwagen kollidiert. Um ihren Alltag weiter zu bestehen, holte sich die Mitarbeiterin psychologische Unterstützung.

Günther: "Mein Team ist cool"

Dem Ministerpräsidenten, seinem Regierungssprecher sowie den Ministern und Staatssekretären sind für Fahrten zwischen Wohnort und Dienststelle sowie für Dienstreisen ständige persönliche Fahrer zugeordnet. Und diese bekommen im Zweifel jede politische Absprache, jedes Telefoninterview und jedes Mitarbeitergespräch mit. "Ich habe ein cooles Team, auf das ich mich absolut verlassen kann", sagt Günther. "Meine Fahrer gehören zweifellos dazu." Oppositionschef Ralf Stegner (SPD) formuliert es ähnlich. Zu seinem ersten Fahrer, der ihn von 1996 bis 2010 chauffierte, halte er noch immer Kontakt. Auch mit seinem zweiten Fahrer, der ihn jeden Morgen gegen 8 Uhr in Bordesholm abholt, sei das Verhältnis tadellos.

Klicken Sie hier, um zu sehen, welche Dienstwagen die Minister in Kiel benutzen.

Umfangreiche Qualifikation erforderlich

Neben dem Führerschein und der gesundheitlichen Eignung müssen Fahrer eine abgeschlossene Ausbildung zum Kraftfahrzeugmechatroniker oder Berufskraftfahrer vorweisen oder mindestens zwei Jahre in einem metallverarbeitenden Beruf gearbeitet haben. Zusätzlich wird langjährige Praxis in der Personenbeförderung vorausgesetzt. Die Fahrbereitschaft kostete die Landesregierung im Jahr 2017 inklusive Personal, Fahrzeug-Leasing und Kauf, Wartung, Instandhaltung, Sprit und Verwaltung etwa 3,1 Millionen Euro.

Die Preis-Explosion bei Immobilien trifft nicht alle, wie aus dem aktuellen Marktbericht des Kieler Maklers Otto Stöben hervorgeht. "Übertriebene Preise wurden 2018 nur in den Metropolen gezahlt", sagt Ralf Colditz, Leiter der Gutachten-Abteilung des landesweit arbeitenden Unternehmens.

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