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Schleswig-Holstein Handschrift oder Tippen? Was ist besser?
Nachrichten Schleswig-Holstein Handschrift oder Tippen? Was ist besser?
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19:18 17.09.2019
Von Heike Stüben
Nach der Druckschrift lernen Kinder in Schleswig-Holstein entweder die lateinische Ausgangs- oder die Schulausgangsschrift. Die Unterschiede sind gering, wie die neue IQSH-Direktorin Dr. Gesa Ramm (51) hier zeigt. Die Schüler sollen aber auch das Schreiben auf der Tastatur erlernen, um digitale Medien im Unterricht nutzen zu können.  Quelle: Frank Peter
Kiel

Lernen Kinder mit getippten Texten schlechter als mit handgeschriebenen? Schreiben sie dann auch in der Schule  so verkürzt und ohne Punkt und Komma wie in ihren Chat-Nachrichten? Das Mercator-Institut für Sprachförderung hat den aktuellen Wissensstand dazu in einem Faktencheck zusammengefasst.

Smartphones, Tablets und andere digitale Geräte spielen im Alltag von Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Auch in Schleswig-Holstein berichten Lehrkräfte, dass bereits Grundschüler behände auf dem Handy Kurznachrichten eintippen.

Kritiker sehen darin eine Gefahr für Handschrift und den Lernerfolg insgesamt. Auch die neue Direktorin des Instituts für Qualitätsentwicklung an Schulen Schleswig-Holstein (IQSH), Dr. Gesa Ramm, hält die Frage für berechtigt, ob das Schreiben mit der Hand mehr Vorteile für die Kinder und Jugendlichen mit sich bringt als das Tastaturschreiben.

Tippen hilft schwachen Schülern

Der Faktencheck des Mercator-Instituts zeige nun wissenschaftlich fundiert, dass es darauf keine eindeutige Antwort gibt. „Es gibt Hinweise darauf, dass das Schreiben mit der Hand zu besseren Gedächtnisleistungen führt und sich positiv auf die Entwicklung feinmotorischer und kognitiver Fähigkeiten auswirkt“, sagt Prof. Michael Becker-Mrotzek, Direktor des Mercator-Instituts. Insbesondere schwache Handschreiber können aber auch vom Tastaturschreiben profitieren.

Mit der Hand schreiben oder tippen - auf jeden Fall flüssig

So wurde in zwei Längsschnittstudien bei Kindern mit Lese-Rechtschreib-Schwierigkeiten nachgewiesen, dass sie mit dem Tastaturschreiben bessere Schreibleistungen erbringen. Die Kinder können schneller schreiben und auch längere Texte verfassen.

Notwendig ist aber, dass die Kinder flüssig und sicher tippen können. Flüssiges Schreiben geht mit einer höheren Textqualität und größeren Textmengen einher – und das gilt für das Handschreiben ebenso wie für das Tastaturschreiben.

Was sollte zuerst erlernt werden?

Ob Kinder zuerst die Handschrift oder das Tastaturschreiben lernen sollten, ist für Becker-Mrotzek auch abhängig von den individuellen Voraussetzungen eines Kindes. Aber wer flüssig mit der Hand schreiben kann, kann dies auch meist gut mit der Tastatur – wenn beide Techniken erlernt wurden.

Fazit: Wer beide Techniken beherrscht, profitiert doppelt. Dann kann das Kind die Technik wählen, mit der es die besten Leistungen erbringen kann. 

Schüler unterscheiden zwischen Chat und Schriftsprache 

Klar ist aber auch, dass Kinder in jedem Fall die korrekte Rechtschreibung lernen müssen. Die wenigen Untersuchungen dazu zeigen, dass sich dann die tägliche Kommunikation über Apps nicht negativ auf die Schreibkompetenz auswirkt.

Denn in Chatnachrichten texten Kinder und Jugendliche, als wenn sie sich mit einer Person unterhalten. Wie in der Umgangssprache auch halten sie dabei nicht immer die Regeln der Schriftsprache ein, sondern lassen Buchstaben und Interpunktion aus, ersetzen Worte und Sätze durch Symbole (Icons).

Mit einer guten Rechtschreibkompetenz ist ihnen aber bewusst, dass sich Texte im Schulunterricht und im Schriftverkehr von dieser Chatsprache unterscheiden. Im Unterricht wechseln sie deshalb zur Schriftsprache.

Schleswig-Holstein setzt auf Handschrift und Tippen

„Viele Erkenntnisse des Faktenchecks werden in Schleswig-Holstein schon umgesetzt und sind in den neuen Fachanforderungen festgeschrieben“, sagt Gesa Ramm. „Es bleibt wichtig, dass Kinder in der Grundschule eine leserliche und flüssige Handschrift erlernen, auch weil damit wichtige feinmotorische Fertigkeiten entwickelt werden und das Schreiben mit der Hand einen positiven Einfluss auf die kognitive Entwicklung hat.“

Die Fachanforderungen Deutsch sehen aber ebenso vor, dass digitale Medien wie PC oder Tablet zum Schreiben verwendet werden, sodass auch das Schreiben mit einer Tastatur erlernt werden muss. „Dies wird aber sicherlich von Schule zu Schule je nach technischen Voraussetzungen unterschiedlich gehandhabt und sollte auch immer in ein didaktisches Konzept eingebunden sein.“

Übrigens: „Kom vllt ehr“ bedeutet „Ich komme vielleicht eher.“

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