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Schleswig-Holstein Viele Zweifel am Ostsee-Tunnel
Nachrichten Schleswig-Holstein Viele Zweifel am Ostsee-Tunnel
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12:30 12.06.2019
Von Heike Stüben
So könnte der Fehmarnbelt-Tunnel zwischen Deutschland und Dänemark auf dänischer Seite aussehen. Quelle: Femern A/S
Kiel

Im Mai hatte das Meinungsforschungsinstitut Yougov im Auftrag des Vereins Beltretter bundesweit 2068 Erwachsene dazu online befragt. Ergebnis: Nur 30 Prozent der Befragten haben schon von dem Ostsee-Tunnel gehört. In Schleswig-Holstein, Hamburg und Mecklenburg-Vorpommern ist das Projekt fast doppelt so vielen Menschen bekannt (59 Prozent). Doch davon fühlt sich nur jeder Fünfte ausreichend über die Pläne und die Folgen informiert. Und 44 Prozent kreuzten folgende Aussage an: „Ich finde, es gibt viele Bau- oder Sanierungsprojekte in Deutschland, die viel wichtiger sind als der Bau des Ostsee-Tunnels.“

Ostsee-Tunnel: Vor drei Jahren unterstützten noch 51 Prozent das Projekt

Sowohl bundesweit als auch im Norden sind 61 Prozent, die das Projekt kennen, gegen den Bau des Tunnels. Vor drei Jahren war eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag unserer Zeitung in Schleswig-Holstein noch zu einem anderen Ergebnis gekommen: Damals unterstützten 51 Prozent das Projekt, 34 Prozent waren dagegen, 15 Prozent gaben kein Urteil ab.

Bei der Umfrage sind die Gründe für die Ablehnung vielfältig: Rund zwei Drittel der befragten Projektgegner halten den Tunnel für nicht notwendig (68 Prozent) – in Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Hamburg sind sogar 80 Prozent dieser Auffassung. Insgesamt halten gut 60 Prozent der Projektgegner den Bau für zu teuer – im Norden sind es sogar 73 Prozent. Rund 70 Prozent der Projektgegner sehen durch den Bau wertvolle Naturschutzräume gefährdet. Und 62 Prozent der Befragten im Norden finden generell, dass Großbauprojekte nicht ausreichend durchdacht werden.

Fehmarnbelt-Querung: Unzureichende Informationen

Malte Siegert vom Nabu fordert daher nun Konsequenzen aus der Studie. „Der Großteil der Norddeutschen fühlt sich nicht ausreichend über den Ostsee-Tunnelbau informiert. Und das ist nur verständlich: Es werden von Seiten der verschiedenen Beteiligten unterschiedliche Aussagen verbreitet und Behauptungen in die Welt gesetzt, die häufig nicht oder nur zum Teil der Wahrheit entsprechen.“ Als Beispiel nennt Siegert die Aussage, dass die Natur und Tiere der Ostsee kaum geschädigt werden würden.

„Fakt ist, dass dies nicht stimmt, denn die ohnehin bedrohten Schweinswale werden vertrieben, Laichplätze von Dorschen und Heringen zerstört und die Ostsee über eine weite Strecke für eine lange Zeit stark eingetrübt.“

Der Nabu und die Bürgerinitiative „Die Beltretter“ fordern deshalb mehr Transparenz und Informationen über Alternativen zu dem Absenktunnel: So würde ein Bohrtunnel nach ihrer Ansicht deutlich weniger Schaden anrichten. „Die Bevölkerung hat ein Recht darauf zu erfahren, welche Auswirkungen die größte Baustelle Nordeuropas auf die Ostsee und ihre Küsten haben wird“, erklärte Siegert.

Zwischen Fehmarn und Dänemark soll eine 18 Kilometer lange Schneise in den Meeresboden gegraben und darin ein Tunnel versenkt werden. Der Verkehr soll über eine vierspurige Autobahn und eine zweigleisige Bahnstrecke laufen.
Der Großteil der Norddeutschen fühlt sich nicht ausreichend über den Bau informiert.

Lesen Sie auch: "Die Querung ist ein totes Pferd"

Mehr zum Thema lesen Sie hier.

Konstantin von Notz, Bundestagsabgeordneter der Grünen aus Schleswig-Holstein, nennt die feste Querung des Fehmarnbelts ein „totes Pferd“. In dieser Auffassung sieht sich der Jurist durch die jüngste Studie von PwC bestätigt.

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