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Schleswig-Holstein "Die Akkus können kaum gelöscht werden"
Nachrichten Schleswig-Holstein "Die Akkus können kaum gelöscht werden"
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08:01 23.05.2019
Von Bastian Modrow
Die Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen fluteten einen in Brand geratenen Kleinwagen in einem mit Löschschaum und Wasser gefüllten Container. Quelle: Claas-Hendrik Heß
Kiel

„Die Akkus sind mit größter Vorsicht zu behandeln, im Fall der Fälle haben sie eine sehr hohe Brandlast“, sagt Michael Kahl, technischer Berater des Kraftfahrzeug-Gewerbeverbandes Schleswig-Holstein. Das wissen auch die Autobauer – und sie reagieren: „Einige Hersteller von Elektro- und Hybridfahrzeugen haben die Händler angewiesen, sogenannte Quarantäneplätze für Unfallwagen oder Fahrzeuge mit technischen Problemen einzurichten, falls die Akkus in Brand geraten“, so Kahl. Ziel sei es, bei Nachbränden ein Übergreifen von Flammen auf andere Fahrzeuge oder auf Gebäude zu verhindern. 

Bei Feuer droht eine Kettenreaktion

Grundsätzlich seien Fahrzeuge mit alternativem Antrieb nicht feuergefährdeter als Autos mit Verbrennungsmotoren, sagt der Experte. Gerät allerdings ein E- oder Hybrid-Wagen in Brand, so ist die Ursache häufig die Batterie – oder besser gesagt: die Batterien. Der Akku besteht nämlich aus Hundertern einzelner Zellen. Kommt es zu einem Feuer, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass es zu einer Kettenreaktion kommt, die von Zelle zu Zelle überspringt und ein Feuer immer wieder neu entfacht wird.

Flammen lodern immer wieder auf

„Die Akkus sind bekannt dafür, dass sie im Brandfall kaum gelöscht werden können, da Wasser oder Löschschaum nicht bis in die Zellen vordringen“, erklärt Kahl. Die Folge: Mitunter lodern Flammen bei vermeintlich abgelöschten Unfallfahrzeugen auch nach 24 und mehr Stunden noch einmal auf.

Landesbrandmeister Frank Homrich rechnet damit, dass es mit Blick auf brennende E-Autos künftig mehr Feuerwehreinsätze in den Städten als auf den Autobahnen mitten im Land geben wird. „In der Stadt ist es vor allem das stetige Anfahren und Anhalten, wodurch die Akkus heiß werden können. Auf den Autobahnen werden die Batterien durch den Fahrtwind besser gekühlt als im Stadtverkehr“, sagt der Feuerwehrchef. 

Bis zu 1000 Volt Spannung

Zwei Punkte sind bei der Brandbekämpfung mit Wasser besonders wichtig: Zum einen müssen Sicherheitsabstände eingehalten werden, weil bis zu 1000 Volt Spannung in den Autos vorhanden sind. Zum anderen müssen die Fahrzeuge nachgekühlt werden, weil es bei den Batterien zu chemischen Reaktionen kommen kann, bei denen hochgiftige Dämpfe und Säuren freigesetzt werden können. Entsprechend wichtig ist die Schulung von Einsatzkräften: „Wir haben bereits entsprechende Programme in die Aus- und Fortbildung integriert“, sagt Homrich.

DPolG: Polizei muss intensiv geschult werden

Bei der Polizei stellt sich die Situation indes anders dar. Dort sieht die Deutsche Polizeigewerkschaft (DPolG) noch Nachholbedarf: „Die Kollegen werden derzeit nicht ausreichend auf solche Einsatzsituationen vorbereitet“, kritisiert DPolG-Landesvize Thomas Nommensen. Er fordert das Innenministerium und das Landespolizeiamt auf, zügig Aus- und Fortbildungsmaßnahmen anzuschieben. Nach Einschätzung des Kfz-Verbandes müssen auch die Werkstätten noch nachlegen: „Wir wissen, dass viele noch nicht ausreichend informiert sind“, sagt Verbandsexperte Kahl. Das müsse sich angesichts steigender Zulassungszahlen von Hybriden und E-Autos schnell ändern. 

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