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Schleswig-Holstein Kennzeichnungspflicht für Elektro-Autos?
Nachrichten Schleswig-Holstein Kennzeichnungspflicht für Elektro-Autos?
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18:15 23.05.2019
Von Bastian Modrow
Helfer der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen wurden Anfang Mai zu einem brennenden Kleinwagen mit Hybrid-Antrieb auf einem Rastplatz an der Autobahn 7 gerufen.  Quelle: Claas-Hendrik Heß
Kiel

Für die Helfer besteht Lebensgefahr. Die E-Autos stehen nicht nur unter Strom: Die Lithium-Ionen-Akkus können schlimmstenfalls explodieren oder eine Kettenreaktion auslösen und immer wieder erneut in Flammen aufgehen.

Erster Einsatz an der Autobahn 7

Erstmals wurden Einsatzkräfte der Freiwilligen Feuerwehr Kaltenkirchen (Kreis Segeberg) vor wenigen Tagen mit dem „Fall der Fälle“ konfrontiert: „Auf dem Rastplatz Moorkaten an der Autobahn 7 hatte ein Mini mit Hybridantrieb Feuer gefangen“, berichtet Einsatzleiter Claas Hendrik Heß. Nur mit größter Vorsicht und unter Atemschutz konnten sich die Helfer dem brennenden Kleinwagen nähern. „Da die Akkus kaum zu löschen sind und hochgiftige Dämpfe und Säuren freisetzen, haben wir schließlich einen Container der Stadt Norderstedt und einen Kran angefordert, um das Fahrzeug komplett zu fluten“, so Heß.

Feuerwehren fluten E-Autos

Ein Akku im Elektro- oder Hybrid-Fahrzeug besteht aus Hunderten einzelner Batteriezellen. Wird eine beschädigt, gibt es eine Art Kettenreaktion elektrische Kurzschlüsse, die das Feuer ständig von Neuem entfachen. „Da wir mit Löschschaum oder Wasser kaum etwas ausrichten können, ist das Fluten das effektivste Mittel“, sagt Landesfeuerwehr-Chef Homrich. Nach dem Vorfall an der A 7 haben die ersten Feuerwehren im Land angekündigt, sich eigene wasserdichte Container zum Fluten anzuschaffen.

Aus guten Grund: Die Zahl von Autos mit alternativen Antrieben steigt. Zurzeit sind in Schleswig-Holstein laut Kraftfahrtbundesamt 14 000 Gas-, 3100 Elektro- und 9800 Hybrid-Fahrzeuge zugelassen.

Auch Polizeigewerkschaft will Kennzeichnung

„Wichtig ist, dass wir schnell erkennen, um was für einen Antriebstypen es sich handelt“, sagt Homrich und fordert eine verpflichtende Kennzeichnung. Bislang ist der Zusatz „E“ auf dem Nummernschild nicht verbindlich. Unterstützung kommt vom Landesverband des Kfz-Gewerbes und von der Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG): „Der Schutz von Einsatzkräften vor Ort muss oberste Priorität haben“, argumentiert Landesvize Thomas Nommensen

Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU) signalisiert Gesprächsbereitschaft: „Ich bin grundsätzlich immer aufgeschlossen für Vorschläge, wenn es darum geht die Sicherheit der Einsatzkräfte zu erhöhen.“ Dazu gehöre in erster Linie aber eine intensive Schulung von freiwilligen und beruflichen Feuerwehrkräften.

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