Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Land braucht mehr Personal
Nachrichten Schleswig-Holstein Land braucht mehr Personal
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:42 15.09.2015
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Monika Heinold im Gespräch mit dem Syrer Sherano (29) - SH Finanzministerin Monika Heinold besucht Erstaufnahmeeinrichtung am Nordmarksportfeld in Kiel. Quelle: Frank Peter
Kiel

Am Dienstag reist Albig nach Berlin, um am Flüchtlingsgipfel mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Länder-Regierungschefs teilzunehmen.

 Heinold begründete den Kurswechsel in der Sparpolitik mit den steigenden Flüchtlingszahlen. „Wenn wir jetzt durch die Zuwanderung mehr Schüler bekommen, kann die Regierung davor nicht Augen und Ohren verschließen“, sagte die Ministerin, die am Montag die Erstaufnahme in Kiel besuchte. Das gelte auch für die Justiz, die mehr Asylfälle bearbeiten müsse, und für die Polizei, die zusätzliche Aufgaben übernehme. „In diesen Bereichen müssen wir bei anhaltender Zuwanderung nachsteuern und gegebenenfalls neue Stellen schaffen.“ Das Zusatz-Personal will Heinold aus Bundesmitteln bezahlen.

 Albig verteidigte die Grenzkontrollen. „Was wir jetzt brauchen, ist eine Atempause.“ Man benötige etwas Zeit, um die Strukturen für die Aufnahme von Flüchtlingen zu schaffen. „Nur dann können wir den zu uns kommenden Menschen angemessen helfen.“ Kommunen und Länder müssten stärker unterstützt werden.

Liebing erhöht den Druck

 Am Mittwoch will Albig das Kabinett auf einer Sondersitzung über die Ergebnisse des Flüchtlingsgipfels unterrichten, danach sollen die Kommunen informiert werden.

 Für Freitag ist eine Regierungserklärung des Ministerpräsidenten im Landtag angesetzt. Dabei wird mit Spannung erwartet, ob das rot-grün-blaue Bündnis seinen Sonderweg in der Flüchtlingspolitik fortsetzen will oder auf den in Berlin vereinbarten härteren Kurs einschwenkt. CDU-Spitzenkandidat Ingbert Liebing erhöhte den Druck auf Albig. „Wir müssen das Asylrecht auf die Menschen konzentrieren, die um Leib und Leben fürchten.“

 Derweil will das Land noch mehr Erstaufnahme-Einrichtungen schaffen. Die Bundeswehr prüft, ob es weitere Kapazitäten in Kasernen gibt. „Putlos und Lübeck haben aber gezeigt: Wo wir Erstaufnahmen einrichten, sind sie nach ein, zwei Tagen voll“, sagte Innenminister Stefan Studt in der Zentralen Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster. 3500 Menschen stehen dort aktuell 2000 reguläre Schlafplätze zur Verfügung – für die anderen gibt es Notlager, zum Teil Matratzen auf den Fluren.

 Montagabend fuhren weitere 237 Flüchtlinge mit einer Stena-Fähre von Kiel in Richtung Schweden.

 Von Ulf B. Christen und Heike Stüben

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das ging fix: Zwei Wochen, nachdem Neumünsters Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) seine Pläne für eine zusätzliche Integrierende Ambulanz vorgestellt hatte, um dem Ansturm von Flüchtlingen gerecht werden zu können, übergab am Montag Innenstaatssekretär Ralph Müller-Beck den Zuwendungsbescheid für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt.

Sabine Nitschke 14.09.2015
Schleswig-Holstein Studt in Erstaufnahmelager - 2000 Plätze reichen nicht

Ohne Matratzen auf dem Flur geht es zurzeit nicht in der Erstaufnahmeeinrichtung in Neumünster. Zu groß ist der Andrang der Flüchtlinge. Niemand wird abgewiesen. Aber in diesen Tagen sind Standards trotz aller Bemühungen immer wieder Makulatur. Innenminister Stefan Studt weicht der Diskussion um die Unterbringungsqualität in der zentralen Erstaufnahme nicht aus.

Heike Stüben 14.09.2015

Noch vor wenigen Wochen stand die Halle in Kiel leer. In kürzester Zeit ist sie zu einem Kristallisationspunkt der freiwilligen Flüchtlingshilfe geworden: Wer Zeit hat, kommt vorbei und packt an. An diesem Nachmittag sind es 29 Frauen und Männer. Ein Erfahrungsbericht.

Heike Stüben 14.09.2015