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Schleswig-Holstein Schüler streiken auch ohne Erlaubnis
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10:00 13.12.2018
Von Heike Stüben
Nina Swoboda (15) aus Bad Segeberg hat bereits am 7. Dezember vor ihrer Schule für das Klima gestreikt. Quelle: privat
Kiel

Die Schüler schließen sich damit einer weltweiten Protestbewegung an. Zeitgleich sind Schüler-Aktionen in vielen anderen Städten wie Hamburg und Bremen geplant. Eltern fürchten Disziplinarmaßnahmen für die Schüler.

Vorbild ist eine 15-jährige Schwedin

Ausgelöst hat die Bewegung die Schwedin Greta Thunberg (15) mit ihrem „Streik für das Klima“ vor dem Reichstag in Stockholm. In Schleswig-Holstein nahm daraufhin am vergangenen Freitag die 15-jährige Schülerin Nina Swoboda in Bad Segeberg nicht am Unterricht teil, sondern demonstrierte vor der Schule für mehr Klimaschutz.

Ihrer Idee, am Freitag ab 8 Uhr gemeinsam vor dem Landeshaus in Kiel mehr Klimaschutz zu fordern, schließen sich seither immer mehr Schüler und Studenten an. Über die sozialen Netzwerke hat sich der Aufruf landesweit verbreitet. 

Gesetz räumt Schülern keine Streikmöglichkeit ein

 „Wir lernen für unsere Zukunft, aber wir appellieren an die Erwachsenen: Bitte sorgt auch dafür, dass wir eine Zukunft haben“, erklärt die Schülerin Mirja (17) aus Kiel.

Sie werde an dem Schüler- und Bildungsstreik teilnehmen, auch wenn das Schulgesetz keine Streikmöglichkeit einräumt. Mögliche Disziplinarmaßnahmen für Fehlstunden nehme sie in Kauf. „Aber das muss jeder für sich selbst entscheiden."

Unterstützt wird die Aktion von der Turbo Klima Kampf Gruppe Kiel (TKKG) und den Jugendorganisationen von BUND, WWF und Grünen.

Ministerium: Das gilt als unentschuldigtes Fehlen

Prien betonte, dass sie gesellschaftliches Engagement begrüße. Es sei ihr auch wichtig, dass diese Fragen im Unterricht kontrovers diskutiert würden.Das Versammlungsrecht gelte auch für Schüler – aber nur außerhalb der Schulzeit. „Dafür muss man keinen Unterricht versäumen."

Was aber passiert, wenn Schüler morgen zum Landeshaus anstatt in die Schule gehen? „Wenn die Schülerinnen und Schüler deshalb Unterricht versäumen, so gilt das als unentschuldigtes Fehlen“, erklärt eine Ministeriumssprecherin. 

Bildungsministerin Prien kündigte an, am Freitag gegen 9.30 Uhr mit den Schülern zu sprechen.

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