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Schleswig-Holstein Funklöcher pflastern das Kieler Umland
Nachrichten Schleswig-Holstein Funklöcher pflastern das Kieler Umland
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06:00 12.11.2019
Von Florian Sötje
So ist es um den Empfang laut Funkloch-App bestellt: Hellgrün bedeutet kein Empfang, blau ist die Internetgeschwindigkeit 2G, lila 3G und pink 4G. Für die weißen Flächen liegen keine Daten vor. Quelle: Uwe Paesler, Screenshot breitbandmessung.de
Kiel

Von einer flächendeckenden Mobilfunk-Versorgung kann auf dem Land im Vergleich zur Stadt keine Rede sein. In Schierensee im Amt Molfsee gibt es höher und tiefer gelegene Flächen. "Wer unten wohnt, muss schon auf den Schornstein klettern, um Empfang zu haben", sagt Bürgermeister Manfred Kaiser (KWG).

Funkmast konnte aus Naturschutzgründen nicht gebaut werden

Pläne, einen Funkmast in Schierensee zu errichten, gab es. Vodafone stellte kurz vor den Sommerferien eine Anfrage an die Gemeinde. Später stellte sich heraus, dass auf der ins Auge gefassten Fläche aus Naturschutzgründen nicht gebaut werden kann. Doch das Vorhaben hätte unter keinem guten Stern gestanden. Parallel zur Planung hatte sich eine Bürgerinitiative gegen den Bau eines Funkmastes im Ort formiert.

"Schwarzes Loch" in Rendswühren

Auch Rendswührens Bürgermeister Thomas Bahr beklagt ein „schwarzes Loch“. Wenn man bei der Telekom seinen Vertrag habe, „dann findet man in unserem Gemeindegebiet definitiv keinen Anschluss“. 900 Menschen leben dort zwischen Neumünster und Plön. Vodafone-Kunden hätten manchmal etwas mehr Glück. "Manchmal können die sich beim Sendemast in Trappenkamp, der an der A 20 steht, einloggen.“ In der Nachbargemeinde Schillsdorf sei es ähnlich. Eine Verbesserung sei aber absehbar. Die Telekom plane in beiden Bereichen Sendemasten. In gut einem Jahr rechnet Bahr für seine Gemeinde mit der Fertigstellung.

"Tal der Ahnungslosen" in Quarnbek

Von einem „Tal der Ahnungslosen“ spricht man laut Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) in Quarnbek, wenn es von Landwehr über den Kanal nach Schinkel geht. „Wer die Fähre benutzt, ist im Dunkeln“, sagt Langer. Vor Jahren habe es mal Gespräche mit der Telekom über die Errichtung eines Funkmasten zwischen Quarnbek und Strohbrück gegeben. Geworden ist daraus nichts. Doch seit Funkmasten in Ottendorf und an der A210 zwischen Achterwehr und Bredenbek gebaut worden sind, ist der Empfang laut Langer in der Gesamtgemeinde besser geworden.

Keine gute Verbindung in Felde

Davon ist man in Felde noch ein gutes Stück entfernt. „Das Netz ist ganz offensichtlich nicht stabil. Ich habe schon oft Klagen gehört“, sagt Bürgermeisterin Petra Paulsen (SPD). Die Menschen seien „ein Stück weit genervt“, weil man weit weg vom angestrebten Standard sei. Abhilfe könnte ein neuer Funkmast leisten, der im kommenden Jahr in Betrieb gehen soll.

Neuer Mast in Felde soll 2020 in Betrieb gehen

„Wir planen den Aufbau des neuen Mastes bis Ende des Jahres. Die Einschaltung ist im ersten Quartal 2020 geplant“, sagte Stefanie Halle, Pressesprecherin der Deutschen Telekom. Der neue LTE-Standort an der Kieler Straße, leicht westlich des Gutshofes Neu Nordsee, ergänze die Versorgung der beiden Standorte in Felde an der Autobahnabfahrt Achterwehr sowie an der A210-Abfahrt in Bredenbek.

Ein Funkmast in der Umgebung ist aber keine Garantie für einen guten Handy-Empfang. Die Antennen seien immer so ausgerichtet, dass sie die Bereiche abdecken, in denen die meisten Menschen leben, sagt Halle. Wer die Einsamkeit auf dem Land schätzt, bleibt so vom Netz abgeschnitten.

Kunden sollten Anbieter aufsuchen

Und manchmal liegt es laut Halle auch an der fehlenden Technik in der Hosentasche. Schließlich komme es bei der Mobilfunk-Verbindung auch auf den Dreiklang der Komponenten aus Anbieter, Tarif und Endgerät an. „Ich würde den Kunden raten, zu ihrem Anbieter zu gehen und dort zu fragen, ob ich alle Komponenten für einen guten Empfang habe“, sagt Halle.

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