Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein 500-Euro-Tablet für jeden Schüler: Eltern sollen zahlen
Nachrichten Schleswig-Holstein 500-Euro-Tablet für jeden Schüler: Eltern sollen zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:58 01.02.2020
Von Hans-Jürgen Schekahn
Mit ähnlichen iPads sollten auch die Schüler der Gemeinschaftsschule in Plön lernen. Nun regt sich Widerstand. Quelle: Julian Stratenschulte/dpa (Symbolfoto)
Plön

88 Jungen und Mädchen der Gemeinschaftsschule kommen im Sommer in die 7. Klassenstufe. Sie sind die ersten an der Schule, die mit dem neuen digitalen Konzept lernen sollen. Der Schulverband Plön Stadt und Land bezahlte aus seinen Mitteln die Infrastruktur im Gebäude. Endgeräte für alle konnten aber nicht mehr finanziert werden. Verbandsvorsteher Lars Winter: „Beides können wir nicht bezahlen.“ Deshalb sollten das die Eltern übernehmen, soweit sie finanziell dazu in der Lage sind. So sah es die Schulkonferenz. So wurde es den Eltern auf einer Info-Veranstaltung erzählt.

Doch es gibt Widerstand: „Ich fühle mich überrannt“, kritisierte ein Vater, der nicht genannt werden möchte. Halte es die Landesregierung für vertretbar, dass die Eltern pro Kind mehr als 500 Euro zahlen sollen? Nach einer Anfrage im Bildungsministerium wurde Freitag Schulrat Stefan Beeg auf den Fall angesetzt.

Lesen Sie auch: Oberstufe in Altenholz arbeitet künftig mit Laptop

Er hält das Medienkonzept der Schule für sehr gut. Eine Pflicht der Eltern, die Geräte zu kaufen, werde es aber nicht geben. Das ginge allenfalls freiwillig. Wer die 529 Euro nicht zahlen wolle, der müsse das auch nicht, versicherte er. „Wir können die Eltern nicht über Gebühr belasten.“ Die Lernmittelfreiheit müsse gewahrt werden, was sie bei dieser Summe nicht sei. Aus dem Bildungsministerium hieß es dazu: „Das Thema ist noch nicht abschließend an der Schule geklärt.“ Beeg kündigte Gespräche mit Schulleitung und Schulverband an.

Der Kauf nur auf freiwilliger Basis könnte das Projekt ins Wanken bringen. Der Anbieter rechne mit einer bestimmten Stückzahl, so Lars Winter. Weniger Geräte bedeuteten einen höheren Preis. Zwei Jahre lang hatte sich die Plöner Gemeinschaftsschule auf den digitalen Unterricht vorbereitet, schaute sich in anderen Schulen um, probierte verschiedene Systeme aus. Die Wahl fiel schließlich auf ein Angebot von Apple mit einem Konzept für iPads. Dieses gilt in Lehrerkreisen als besonders fortschrittlich.

Tablets für den Unterricht in Plön könnten auch in Raten bezahlt werden

Eine andere Variante wäre gewesen, dass jeder Schüler sein eigenes Gerät mitbringt, das er sowieso schon hat. Wegen der verschiedenen Systeme wäre dieses Netzwerk in seinen Möglichkeiten aber eingeschränkt.

Lesen Sie hier auch den Kommentar zum Thema.

Die Kosten von 529 Euro setzen sich zusammen aus dem Kauf des Gerätes, der Programme, einer Schutzhülle und einer Versicherung. Die Eltern müssten nicht unbedingt kaufen oder Leihgeräte nehmen. Sie könnten das Tablet für 15 Euro im Monat leasen.

Weitere Nachrichten aus Plön lesen Sie hier.

Zum zweiten Malk vor Gericht: Schmuck im Wert von rund 42 000 Euro soll ein albanischer Serientäter bei Wohnungseinbrüchen in Kiel, Neumünster, Bad Bramstedt, Boostedt (Kreis Segeberg) und Halstenbek (Kreis Pinneberg) erbeutet haben.

Thomas Geyer 31.01.2020

Welchen Informationen und Quellen im Internet kann man trauen? Das lernen Schüler bei Netrace, das im Februar 2020 in die sechste Runde startet. Schon 160 Teams von 36 verschiedenen Schulen sind bei der neuen Ausgabe dabei. Es sind aber auch noch Anmeldungen bis zum 5. Februar 2020 möglich.

Clemens Behr 31.01.2020

Magen-Darm-Keim auf der Frühchen-Station in Heide. Ein schwer geschädigt geborenes Baby ist tot. Eine Infektion hat möglicherweise den Tod mit verursacht. Die Klinik hat für die Station einen Aufnahmestopp verhängt.

31.01.2020