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Schleswig-Holstein Streit um Eichenprozessionsspinner
Nachrichten Schleswig-Holstein Streit um Eichenprozessionsspinner
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07:00 20.06.2018
Von Heike Stüben
Die Raupe eines Eichenprozessionsspinners kriecht einen Stamm entlang. Durch die Klimaerwärmung breiten sich die Tiere immer weiter aus. Quelle: Patrick Pleul/dpa
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Kiel/Ratzeburg

Die Waldbesitzer würden im Schadensfall allein gelassen, so der Verband weiter. Im Ministerium heißt es: „Wir haben schon frühzeitig die notwendigen Vorbereitungen getroffen.“ Seit 2011 wird der Eichenprozessionsspinner (EPS) nach Auskunft des Ministeriums immer mal wieder gemeldet. Es seien stets nur einzelne Bäume außerhalb des Waldes betroffen gewesen. Auch diesmal liege der Fundort außerhalb des Waldes. Eine Intensivierung des Befalls sei nicht feststellbar.

Waldbesitzerverband: Falsche Forstpolitik

„Die Landesregierung ist in enger Zusammenarbeit mit der fachlich kompetenten Nordwestdeutschen Forstlichen Versuchsanstalt bestens vorbereitet, die Waldbesitzer bei den dann erforderlichen Schritten zu unterstützen“, erklärt Ministeriumssprecher Joschka Knuth. Hans-Caspar Graf zu Rantzau, Vorsitzender im Schleswig-Holsteinischen Waldbesitzerverband, hatte hingegen kritisiert: „Die Untätigkeit des Ministeriums in den vergangenen Jahren zeigt die Ignoranz ideologisch fehlgeleiteter Forstpolitik.“

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Unscheinbarer Schmetterling breitet sich aus

Unstrittig ist, dass sich der unscheinbare Schmetterling seit Mitte der 90er-Jahre immer stärker in Deutschland ausbreitet. Wesentliche Ursache dafür ist nach bisherigen Erkenntnissen der Klimawandel, denn der EPS mag es gern warm und trocken. Das Problem: Ab dem dritten Larvenstadium wachsen den Raupen sehr feine Haare, die das Eiweiß Thaumetopoein enthalten, sehr leicht abbrechen und sich durch Wind großräumig verteilen. Bleiben ihre Widerhaken in der menschlichen Haut stecken oder werden von ihm eingeatmet, kann dies vielfältige allergische Reaktionen auslösen. Sie reichen von einem juckenden, brennenden Hautausschlag über Atemreizungen, Husten bis hin zu Atemnot oder in seltenen Fällen zum anaphylaktischen Schock.

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