Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Mutter darf Sohn nun doch sehen
Nachrichten Schleswig-Holstein Mutter darf Sohn nun doch sehen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
13:59 21.02.2019
Von Bastian Modrow
Robin F. sitzt seit acht Tagen in Untersuchungshaft. Trotz Besuchsschein darf seine Mutter Juliana F. ihn nicht sehen. Quelle: Privat
Kiel/Bamberg

Der Rechtsanwalt hatte am Mittag Beschwerde bei der Staatsanwaltschaft eingelegt - offenkundig mit Erfolg: "Plötzlich waren alle erforderlichen Dokumente da - und ich darf Robin am Nachmittag treffen", sagte Juliana F. gegenüber KN-online.

Noch am Morgen war Robins Mutter an der Gefängnispforte in Bayreuth abgewiesen worden. Am Vormittag hieß es dann, am Freitag soll es einen neuen Versuch geben, zu dem 23-Jährigen vorgelassen zu werden. "Das ist einfach nur noch irre, was da passiert", so der Jurist Jan Smollich. Aus seiner Flensburger Kanzlei habe er den von der Staatsanwaltschaft Bamberg ausgestellten Besuchsschein für Juliana F. in dreifacher Ausführung per Fax an die JVA Bayreuth geschickt.

"Angeblich ist keines der Faxe angekommen", sagt Smollich und spricht von Schikane: "Für alle drei Faxe liegen uns positive Sendebestätigungen vor, dass die Schreiben angekommen sind."

Der Azubi Robin F. aus Kiel sitzt seit Mittwoch vergangener Woche in Untersuchungshaft. In einem Strafprozess gegen zwei Schläger war er als Zeuge geladen gewesen und hat nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft eine falsche Aussage vor Gericht gemacht.

Anwalt legt Haftbeschwerde ein

Laut Staatsanwaltschaft Bamberg habe Robin F. gesagt, er habe die Schlägerei nicht gesehen. Die zuständigen Ermittler wollen den jungen Mann allerdings auf einem Überwachungsvideo erkannt haben, dass er Augenzeuge der Auseinandersetzung geworden ist.

Vor Gericht hatte Robin F. gesagt, dass er sich nicht daran nicht erinnern könne und in der Nacht der Schlägerei am 30. Juli 2017 überdies stärker alkoholisiert gewesen sei.  "So oder so ist dies aber kein Grund, jemanden in Beugehaft zu nehmen", sagt Rechtsanwalt Smollich. Er spricht von einem "verfassungswidrigen Eingriff in die Freiheitsrechte" des Kielers und hat Haftbeschwerde eingelegt.

Ex-Ministerpräsident Carstensen schaltet sich ein

Schleswig-Holsteins ehemaliger Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (CDU) beunruhigen die Ereignisse im Fall Robin F.: "Ich kenne den jungen Mann nicht, ich weiß auch nicht, was vorgefallen ist, aber ich möchte wissen, was da los ist", sagte Carstensen KN-online. Er stehe im Kontakt mit der bayerischen Landtagspräsidentin Ilse Aigner (CSU).

Am Mittwoch habe sie ihn angerufen und mitgeteilt, dass sie das Justizministerium in München um Stellungnahme gebeten habe. "Ich weiß nicht, wer in dem Fall recht hat, es gibt nur sehr viele Fragen, die ich gern beantwortet hätte", so Carstensen

18 Badetote gab es 2018 in Schleswig-Holstein. Das teilte die DLRG am Donnerstag mit. Deutschlandweit kamen 504 Menschen bei Badeunfällen ums Leben. Es starben mehr Männer als Frauen.

21.02.2019

Die Welt trauert um Karl Lagerfeld. Der Modezar starb am Dienstag im Alter von 85 Jahren in Paris. Wenn Karl Lagerfeld noch leben würde, würde er diesen Artikel wohl ungern sehen. An seine Zeit in Bad Bramstedt wollte er nie erinnert werden.

Kristiane Backheuer 21.02.2019

Der zum Abschuss freigegebene Wolf GW924m ist noch immer nicht geschossen. Wie eine Sprecherin des Umweltministeriums Schleswig-Holsteins am Donnerstag auf Anfrage von KN-online sagte, ist eine Expertengruppe mit Hunden und Gerätschaften im Kreis Steinburg unterwegs, um das Tier aufzuspüren.

Christian Hiersemenzel 21.02.2019