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Schleswig-Holstein Wo liegen die Sperrbezirke genau?
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19:24 15.11.2016
Von Imke Schröder
Sperrbezirke in Schleswig-Holstein. Quelle: MELUR
Kiel

Die landesweiten Untersuchungen nach Ausbruch der Geflügelpest des hochpathogenen Erregers des Subtyps H5N8 laufen auf Hochtouren. Mittlerweile wurden landesweit von den zuständigen Kreisveterinärbehörden 11 Restriktionsgebiete eingerichtet. Sie bestehen aus Sperrbezirken im engeren Umkreis der Befunde und Beobachtungsgebieten im weiteren Umkreis von Befunden.

Neun der Restriktionszonen wurden nach Feststellung der Geflügelpest bei Wildvögeln festgelegt, zwei nach amtlich festgestellten Ausbrüchen bei Hausgeflügel. Die Restriktionsgebiete werden gemäß Geflügelpestverordnung eingerichtet. E sgelten unterschiedlichen Vorschriften, je nachdem, ob es sich um Fälle bei Wildvögeln oder Ausbrüche in Hausgeflügelhaltungen handelt.

Mit einem schnellen Ende der Epidemie ist nicht zu rechnen. Der H5N8-Erreger sei vermutlich von Zugvögeln nach Europa getragen worden und der Vogelzug habe gerade erst begonnen, erklärte der Präsident des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI), Thomas Mettenleiter. Weitere Ausbrüche auf Geflügelhöfen seien jederzeit möglich. „Bei dem aktuell hohen Infektionsdruck durch Wildvögel von außen sind vereinzelte Einträge in Nutzgeflügelbestände nicht zu 100 Prozent zu verhindern.“

Ende vergangener Woche war die Vogelgrippe in einem schleswig-holsteinischen Geflügelbetrieb ausgebrochen. 30 000 Hühner mussten in Grumby (Kreis Schleswig-Flensburg) getötet werden. Wie der Erreger in den abgeschlossenen Betrieb kam, ist weiter unklar. Im Norden wurden mittlerweile landesweit von den Behörden elf Sperrbezirke eingerichtet, neun davon nach Feststellung der Geflügelpest bei Wildtieren. Neben Grumby gab es auch einen Fall von Geflügelpest bei Nutztieren in Lübeck.

Abgesehen von Berlin haben inzwischen alle Bundesländer für bestimmte Risikogebiete - vor allem entlang von Flüssen oder Seen - eine Stallpflicht angeordnet. In Schleswig-Holstein wurden bislang nur drei zeitlich begrenzte Ausnahmegenehmigungen erteilte. Im nördlichsten Bundesland sind von der Vogelgrippe sechs Kreise betroffen. Dem Agrarministerium zufolge werden aber auch aus anderen Gebieten tote Wildvögel gemeldet. Das Ministerium empfiehlt, derzeit keine Jagd auf Wasservögel zu machen. „So kann das Risiko verringert werden, dass infizierte Tiere aufgescheucht werden und die Geflügelpest weiter verbreiten.“

Unterdesen wurde in Kassel vorsichtshalber die für dieses Wochenende geplante größte deutsche Vogelschau mit rund 1000 Züchtern und 14 000 Tieren abgesagt. Die Schweiz kündigte eine landesweite Stallpflicht für Geflügel ab Mittwoch an.

Vogelzug brachte wohl die Vogelgrippe

In Deutschland wurde das Virus neben dem Norden vor allem im Süden bei verendeten Wildvögeln gefunden. Der Erreger sei vermutlich von Zugvögeln aus Russland eingeschleppt worden, sagte FLI-Präsident Mettenleiter. Demnach war das Virus im Sommer 2016 bei Wildvögeln in Zentralrussland, in Sibirien und der Mongolei nachgewiesen worden. Da der aktuell in Mitteleuropa auftretende Erreger dem im Sommer gefundenen „sehr ähnele“, könne man davon ausgehen, dass er von dort über Wildvögel nach Westen gelangt sei.

Beim winterlichen Vogelzug flüchten Hunderttausende Vögel vor der Kälte im Osten und Norden Europas nach Westen. Ob damit in den kommenden Wochen mehr infizierte Wildvögel in Mittel- und Westeuropa gefunden werden, müsse abgewartet werden, sagte Mettenleiter. Die Situation könne sich noch verschärfen. Es sei aber auch durchaus möglich, dass es wie bei der Vogelgrippe-Epidemie von 2006 Phasen gebe, in denen die Infektionsdynamik wieder abebbe.

Ausnahmen von der Stallpflicht gab es selbst für besonderes Federvieh nicht: Auch die Weihnachtsgans von Kanzlerin Angela Merkel muss ihre letzten Wochen im Stall verbringen. „Natürlich habe ich wie andere Tierhalter die Weisung des Ministers umgesetzt“, sagte der vorpommersche Hobbygeflügelhalter Wolfhard Molkentin, von dem Merkel seit Jahren eine Pommerngans bezieht. Hamburgs rund 120 Alsterschwäne bezogen verfrüht ihr Winterquartier - wegen der Stallpflicht diesmal ein rund 500 Quadratmeter großes Zelt.

Eine Schutzimpfung für Nutzgeflügelbestände sei trotz der Infektionsgefahr nicht sinnvoll, erklärte FLI-Präsident Mettenleiter. Eine Impfung verhindere zwar klinische Symptome, nicht aber die Infektion. „Wir rennen dann in die Gefahr, dass sich unter der Impfdecke die Infektion weiter ausbreitet.“ Impfungen sind derzeit auf Antrag für besonders seltene Rassen und Zoohaltungen möglich.

Was muss sonst noch beachtet werden?

Ein Faltblatt mit Informationen rund um die Vogelgrippe hat das MELUR herausgegeben:

mit dpa

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