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Schleswig-Holstein Kritik der Basis wird lauter
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10:00 16.05.2017
Von Ulf Billmayer-Christen
Harte Zeiten: An der Basis wächst die Kritik am Führungsstil von Ralf Stegner (li.) und Torsten Albig (beide SPD). Quelle: Axel Heimken
Kiel

An der Spitze der Palastrevolution steht Nordfrieslands SPD-Kreischef Matthias Ilgen. „Herr Stegner muss die Konsequenzen aus der dramatischen Wahlniederlage ziehen und zurücktreten“, sagt der Bundestagsabgeordnete. Das habe der Kreisvorstand am Sonnabend „einmütig und einstimmig“ beschlossen. Was sich gehöre, so Ilgen gestern, habe Hannelore Kraft gezeigt. Sie hatte gleich nach der SPD-Pleite in NRW auch ihren Stuhl als Parteichefin geräumt. Ilgen fordert zudem den Rückzug von Ministerpräsident Torsten Albig. Anders sei ein „Neuanfang“ nicht möglich.

Ilgen, der auf der SPD-Landesliste für die Bundestagswahl nicht abgesichert ist und im Herbst aus dem Bundestag ausscheiden dürfte, steht mit seinem Frust über Partei- und Fraktionschef Stegner nicht allein. „Momentan“ gebe es vom SPD-Kreisverband Kiel keine öffentlichen Rücktrittsforderungen, berichtet dessen Vorsitzender Jürgen Weber. Aber: „Wir sind schon lange dafür, dass der Vorsitz von Partei und Landtagsfraktion nicht in einer Hand liegen sollte.“ Im Kreisverband Plön ist es ähnlich. „Es gibt in den Ortsvereinen Diskussionen“, berichtet Kreischef Norbert Maroses. An der Basis gebe es auch Stimmen gegen ein „Weiter so“.

Stegner verweist auf die geplanten „Gespräche zu einer Regierungsbildung“ und ermahnt aufmüpfige Genossen: „Es ist nicht zielführend, auf das eigene Tor zu schießen.“

Der nordfriesische CDU-Abgeordnete Ingbert Liebing (54), ehemaliger Spitzenkandidat zur Landtagswahl, will sein Bundestagsmandat auch nach seinem Einzug in den Landtag am 6. Juni nicht aufgeben.

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