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Schleswig-Holstein Geiselnahme in der JVA Lübeck beendet
Nachrichten Schleswig-Holstein Geiselnahme in der JVA Lübeck beendet
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21:35 17.06.2019
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
An der JVA Lübeck läuft derzeit ein größerer Polizeieinsatz. Dort soll es eine Geiselnahme gegeben haben. Quelle: Markus Scholz/dpa
Lübeck

In der Justizvollzugsanstalt Lübeck lief seit Montagnachmittag eine Geiselnahme: Eine JVA-Angestellte war von einem bewaffneten Häftling bedroht werden. Die Angestellte soll eine Psychologin sein. Das berichten die Lübecker Nachrichten.

Der Geiselnehmer konnte durch Spezialkräfte der Polizei am Abend überwältigt werden. Er wurde dabei leicht verletzt, teilte die Polizeidirektion Lübeck mit. "Die aus seiner Gewalt befreite Frau, eine Mitarbeiterin der JVA Lübeck, blieb dabei unverletzt und befindet sich in ärztlicher Betreuung", sagte Sprecher Uwe Keller. Polizeibeamte seien bei dem Einsatz nicht zu Schaden gekommen.

Die erfolgreiche Beendigung wurde auch über Twitter unverzüglich vermeldet.

Über Twitter informierte die Polizei schon zuvor fortlaufend über den Einsatz an der JVA Lübeck.

Nach Informationen von KN-online soll es sich bei dem Geiselnehmer um einen rumänischen Gefangenen gehandelt haben, der als Sexualstraftäter eine langjährige Haftstrafe absitzt. Zu der Geiselnahme kam es kurz nach 14 Uhr. Der 36-jährige Häftling soll mit einem Messer bewaffnet gewesen sein.

Drei Detonationen waren zu hören

Laut Polizei Lübeck waren mehrere Straßen wegen des Einsatzes gesperrt. Bewaffnete Spezialeinsatzkommandos mit Maschinenpistolen waren rund um das Gebäude der JVA Lübeck positioniert. Augenzeugenberichten zufolge trafen seit 17 Uhr immer mehr Fahrzeuge von SEK-Beamten ein.

Am Abend waren drei Detonationen vom Gelände der JVA zu hören, mutmaßlich handelte es sich dabei um den Zugriff der Beamten. Bestätigt ist das bisher noch nicht.

Justizministerin reiste nach Lübeck

Justizministerin Sabine Sütterlin-Waack dankte den Einsatzkräften für den erfolgreichen Einsatz: „Ich bin sehr erleichtert, dass unsere Mitarbeiterin unverletzt befreit werden konnte. Wir werden ihr alle Hilfestellungen geben, das Erlebte zu verarbeiten. Ich danke allen Beteiligten für ihre professionelle Arbeit.“

Die Ministerin und Justizstaatssekretär Wilfried Hoops fuhren noch am Abend in die JVA Lübeck, um sich vor Ort näher informieren zu lassen, teilte das Justizministerium mit.

Geiselnahme in der JVA Lübeck

Rückblick: Geiselnahmen in der JVA Lübeck

Der Fall vom Montag war nicht die erste Geiselnahme in der JVA Lübeck. Am Heiligabend 2014 hatten vier Männer einen Justizvollzugsbeamten in ihre Gewalt gebracht, um ihre Flucht aus dem Gefängnis zu erzwingen. Der Versuch scheiterte; die Männer wurden vor gut zwei Jahren zu mehrjährigen Haftstrafen verurteilt.

Im Juli 1997 hatte ein Mann in der JVA Lübeck einer Sozialpädagogin nach einem Gespräch in ihrem Büro plötzlich ein selbstgebasteltes Messer an den Hals gehalten und sie rund fünf Stunden in seiner Gewalt behalten. Das Ganze wurde unblutig beendet, als der Geiselnehmer mit der Frau das Gefängnis in einem präparierten Fluchtauto verlassen wollte. Bei der Geisel handelte es sich um die Frau des damaligen Leitenden Oberstaatsanwalts. Der Täter wurde später zu fünf Jahren Haft verurteilt.

Kräfte aus anderen Bundesländern wurden hinzugezogen

Insgesamt sollen rund 800 Polizisten in Lübeck im Einsatz gewesen sein. Sie kamen aus Schleswig-Holstein, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen. "Wir sind gut aufgestellt, es gibt Ablaufpläne - die führen wir jetzt aus", sagte ein Polizeisprecher am Abend. Im Einsatz seien auch auf Geiselnahmen spezialisierte Einsatzkräfte der Polizei.

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