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Schleswig-Holstein Tarifkonflikt ist beigelegt
Nachrichten Schleswig-Holstein Tarifkonflikt ist beigelegt
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20:54 04.01.2019
Von Ulrich Metschies
Drei Tage lang hatten Beschäftigte des Geld- und Wertransportgewerbes für höhere Einkommen gestreikt. Quelle: Michael Kappeler
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Kiel

Nach Angaben von Verdi sieht der Tarifvertrag bei einer Laufzeit von zwei Jahren eine Anhebung der Entgelte in zwei Stufen zwischen 7,7 und 17,1 Prozent vor.

„Das ist ein hervorragendes Ergebnis. Die hohe Beteiligung der Beschäftigten an den Warnstreiks hat dies möglich gemacht", sagte Verdi-Verhandlungsführer Arno Peukes.

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Famila fürchtete bereits Engpässe

Der dreitägige Warnstreik der Geldtransport-Fahrer hatte zuletzt spürbare Folgen für Handel und Verbraucher. „Wir müssen befürchten, dass am Wochenende in einigen Filialen das Wechselgeld knapp wird oder sogar ausgeht“, hieß es vor Bekanntgabe der Einigung bei der Handelskette Famila.

Nach Einschätzung von Verdi ist mit der Wiederaufnahme der normalen Schichten am Sonnabend die Gefahr von Engpässen nicht gebannt. Bis sich die Lage komplett normalisiere, könne es einige Tage dauern. In Schleswig-Holstein waren am Freitag der Standort Melsdorf bei Kiel von Prosegur sowie die Transportfirma Ziemann in Lübeck vom Warnstreik betroffen.

Erst Geldautomaten sind leer

Als Folge des Streikes sind inzwischen auch die ersten Geldautomaten leer: Die Commerzbank räumt ein, dass es „wie auch bei anderen Banken und Einzelhändlern“ vereinzelt zu Bargeldengpässen an den Automaten kommen könne.

In den meisten Filialen gebe es jedoch keine Störungen bei der Bargeldversorgung: „Wir arbeiten daran, die Automaten schnellstmöglich wieder mit Bargeld aufzufüllen“, so eine Sprecherin. Verzögerungen gab es jedoch nicht nur bei der Versorgung mit Bargeld, auch der Abtransport von Tageseinnahmen gestaltet sich zum Teil schwierig.

Handelsverband zeigt sich entspannt

Nach Einschätzung des Handelsverbandes Nord halten sich die Engpässe im Handel in „engen Grenzen“. Die Unternehmen könnten einzelne Ausfälle im Werttransport auffangen, ohne dass Kunden Sorge haben müssen, nicht mit Bargeld bezahlen zu können: „Erst bei andauernden und flächendeckenden Streiks könnte es zu weiteren Engpässen kommen“, so ein Sprecher.

Niklas Wieczorek 04.01.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 04.01.2019
04.01.2019