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Schleswig-Holstein Hilfe für die Helfer
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09:06 09.04.2018
Von Bastian Modrow
Foto: Gewalt gegen Polizisten
Gewalttätige Angriffe auf Polizisten sind nicht selten. Aber das ist nur die eine Seite der Medaille. Die Beamten leiden auch unter den Folgen schlimmer Unfälle oder an psychischen Problemen. Quelle: Johannes Eisele/dpa
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Kiel

Mehr als 1300 Gewalttaten gegen Beamte zählte das Innenministerium im vergangenen Jahr. Mehr als 300 Einsatzkräfte wurden bei Attacken verletzt.

Karl-Hermann Rehr vom Hupf-Vorstand und sein Kollege Kai-Uwe Nielsen, Landesbeauftragter der DPolG-Stiftung können von vielen Schicksalen berichten: zum Beispiel die Attacke von vier Jugendlichen auf zwei Beamte am Preetzer Bahnhof, bei dem einem Beamten das rechte Jochbein gebrochen wurde.

„Es sind aber nicht immer Unfälle oder Angriffe, die Polizisten leiden lassen“, so Nielsen. Er berichtet von einem Kollegen, der sich zwar unbeschadet aus einer brenzligen Situation retten konnte, „aber psychisch stark darunter zu leiden hatte, dass er fast in die Lage gekommen wäre, mit seiner Dienstwaffe auf einen Menschen zu schießen“.

Das Land als Dienstherr bietet zwar Hilfe durch beamtenrechtliche Versorgungsregelungen. „Nach der medizinischen Behandlung bleiben aber oft körperliche und seelische Wunden zurück“, weiß Rehr, der den Hupf vor 17 Jahren mit dem damaligen Innenminister Klaus Buß (SPD) gegründet hat. Die Ehrenamtlichen wollen die Gewaltopfer weiter betreuen und deren Familien unterstützen. Der Hupf unterstützt bei der Durchsetzung von Rechtsansprüchen oder beschafft Hilfsmittel bei bleibenden Schäden und bietet wie die DPolG-Stiftung Polizisten und ihren Familien Erholungs- und Betreuungsmaßnahmen an.

„Wir unterstützen nicht nur Polizisten, auch Opfer aus anderen Blaulichtdiensten wie Rettungssanitäter oder Feuerwehrleute werden von uns bedacht“, so Nielsen.

Spenden können Sie an den Hilfs- und Unterstützungsfonds Polizei auf das Konto: DE47210909002902983600 oder an die DPolG-Stiftung: DE70700905000001999990

Jan von Schmidt-Phiseldeck 09.04.2018