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Schleswig-Holstein Polizei braucht mehr Personal
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08:00 20.12.2018
Von Bastian Modrow
Foto: Der Kampf gegen radikale Islamisten ist eine Mammutaufgabe für die Sicherheitsbehörden.
Der Kampf gegen radikale Islamisten ist eine Mammutaufgabe für die Sicherheitsbehörden. Quelle: Carsten Rehder/dpa (Symbolfoto)
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Kiel

Der Anschlag auf den Weihnachtsmarkt in Straßburg, bei dem in der vergangenen Woche fünf Menschen getötet worden sind, hat die Sicherheitsdiskussion im Norden neu entfacht. Mit Sorge beobachten Experten das rapide Wachstum der islamistischen Szene im Land. Der Verfassungsschutz spricht von 550 Frauen und Männern. Im Vergleich zum Vorjahr ein deutliches Plus von 25 Prozent. 2016 waren die Zahlen schon einmal sprunghaft um 20 Prozent auf 440 Personen gestiegen.

Ministerium: Zahl der Islamisten steigt weiter

Für 2018 rechnet das Innenministerium abermals mit wachsenden Zahlen von Sympathisanten. Die radikale salafistische Szene beziffert das Land zurzeit mit ebenfalls 550 Personen – 180 mehr als noch Ende 2016. „Verantwortlich hierfür dürften Missionierungsaktivitäten der salafistischen Szene und die steigenden Besucherzahlen in salafistisch dominierten Vereinen und Moscheen sein“, so Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU). Die Zahl der Gefährder, die als Gefahr für die Sicherheit im Land angesehen werden, bewegt sich nach Einschätzung des LKA im „unteren zweistelligen Bereich“.

Personal wird woanders "zusammengerafft"

Für die Sicherheitsbehörden ist die Überwachung der islamistischen Szene eine Mammutaufgabe: Stephan Nietz, Landesvorsitzender des Bundes Deutscher Kriminalbeamter, sieht mit Sorge, dass für die Bekämpfung von Kriminalität in erheblichem Maße Personal aus anderen Bereichen abgezogen werden muss. „Die Landespolizei rafft händeringend aus der Fläche Personal zusammen, um das Landeskriminalamt zumindest notdürftig auf Stand zu bringen“, mahnt Torsten Jäger, Landeschef der Gewerkschaft der Polizei (GdP). Verfassungsschutz und Polizei müssten in diesem Bereich personell deutlich aufgestockt werden. Eine These, der sich auch Torsten Gronau von der konkurrierenden Deutschen Polizeigewerkschaft (DPolG) anschließt. Er warnt: „Eine defizitäre Personalausstattung steigert die Gefahr, dass Radikalisierungen nicht rechtzeitig erkannt werden.“

Alev Doğan 20.12.2018
19.12.2018