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Schleswig-Holstein Netzwerken, Entwickeln, Obst essen
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17:15 27.01.2019
Von Bastian Modrow
35 Spieleentwickler und E-Sportler machten im Kieler "starterkirchen" die Nacht zum Tag und programmierten Spiele beim "Global Game Jam". Zwischendurch gab es Obst als Stärkung. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

„Möchte noch jemand eine Banane oder einen Apfel?“: Karolin Kraut macht eine Runde durch die „starterkitchen“ in Kiel. Von Freitag bis Sonntag schlägt das digitale Gamer-Herz Schleswig-Holsteins im Wissenschaftspark.

Spieleentwickler, 3-D-Designer, Storydesigner und Sound-Composer schlagen sich Stunde um Stunde, Tag und Nacht um die Ohren, um ihren Beitrag für ein weltweites Projekt zu leisten. „Ziel des ,Global Game Jam’ ist es, Spieleentwickler zu vernetzen und eine Plattform für Kreativität zu schaffen“, erläutert die 31-Jährige.

Weltweiter Austausch beim Global Game Jam

Jedes Jahr wird beim Global Game Jam ein neues weltweites Motto ausgegeben, das zeitgleich bekanntgegeben wird und zu dem dann Interessierte gefordert sind, ein Spiel zu planen, zu designen und zu entwickeln.

„Es wird nicht global an einem Game gearbeitet, vielmehr geht es gerade darum, die Vielfalt zu dokumentieren“, sagt Karolin Kraut. Per Chat können sich die Teilnehmer mit anderen Entwicklern in anderen Ländern austauschen, Ideen teilen, Verbindungen knüpfen. 

Entwickler und E-Sportler fördern

Kiel ist zum ersten Mal als Austragungsort beim Global Game Jam mit dabei, organisiert haben es Jens Bahr, Julia Seifert, Jana Möglich und Karolin Kraut. Die vier waren es auch, die die Initiative für die Förderung der Spielebranche in Schleswig-Holstein (IFgameSH) ins Leben gerufen haben. Ihr Ziel ist es, Spieleentwickler im Land miteinander ins Gespräch zu bringen, für Projekte zu werben und bei der Politik für die Förderung von E-Sport einzutreten.

„Es kann doch nicht sein, dass kreative Menschen nach Bayern oder Niedersachsen umziehen müssen, weil sie in Schleswig-Holstein keine beruflichen Perspektiven haben“, sagt Julia Seifert. Schleswig-Holstein habe gewaltigen Nachholbedarf – „umso mehr, wenn man bedenkt, dass Hamburg ein Hotspot ist. Dort sind mehrere große Spielestudios ansässig“, berichtet Bahr.

Lesen Sie hierzu auch unser Multimedia-Dossier:
Lasst uns spielen! Die Video-Spielszene in Schleswig-Holstein

Der Anfang ist gemacht: 180 Interessierte kamen zu einem ersten MeetUp-Treffen, die regelmäßigen Stammtisch-Runden sind jedes Mal gut besucht. „Die Leute kommen aus dem ganzen Land und mittlerweile gibt es bereits die erste Gründung einer Firma, die Spiele entwickelt“, bilanziert Jana Möglich.

Vorurteile ausräumen: E-Sportler sind keine Nerds

Das Miteinander steht nicht nur weltweit, sondern auch in den Räumen der „starterkitchen“ im Mittelpunkt. In einer Runde arbeiten Alex, Klaas, Leonard, Melanie und Johannes konzentriert an ihrer „Zuhause“-Spielidee, bei der es um Pinguine auf einer arktischen Insel geht. Die fünf aus Kiel, Lübeck und Hamburg kannten sich vor dem „Global Game Jam“ in Kiel nicht. „Jetzt arbeiten wir Hand in Hand – und unsere Kompetenzen ergänzen sich optimal“, sagt Alex.

Ob sie ihre Zusammenarbeit nach dem Wochenende fortsetzen? Ausschließen wollen die Studenten es keinesfalls. Und während die jungen Spieleentwickler beherzt zu Äpfeln und Bananen greifen, erläutert Karolin Kraut, warum auch Obst eine Chance ist: „Wir wollen mit dem Klischee aufräumen, E-Sportler und Entwickler seien Nerds, die in ihren Kellern nur Chips und Pizza futtern würden.“ 

Mehr zum Global Game Jam bei Twitter unter dem Hashtag #ggj19 oder #ggjKiel

Hier finden Sie Bilder vom Global Game Jam in Kiel
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