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Schleswig-Holstein Ministerium will Kliniken helfen
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16:30 15.03.2018
Die anhaltende Grippewelle bringt die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein zunehmend in Bedrängnis. Wegen der hohen Patientenauslastung und vieler kranker Mitarbeiter nimmt die Klinik in Rendsburg nur noch absolute Notfälle auf. Quelle: Carsten Rehder/dpa
Kiel

Die anhaltende Grippewelle bringt die Krankenhäuser in Schleswig-Holstein zunehmend in Bedrängnis. Wegen der vielen Patienten und auch wegen der vielen kranken Mitarbeiter nimmt die Imland-Klinik in Rendsburg seit Mittwoch nur noch absolute Notfälle auf, einige Operationssäle wurden geschlossen. Andere Kliniken haben nach Angaben des Gesundheitsministeriums ähnliche Maßnahmen eingeleitet.

So wurden am Friedrich-Ebert-Krankenhaus (FEK) in Neumünster vier von acht Operationssälen geschlossen, 50 Prozent der planbaren Operationen wurden verschoben. "Dadurch werden Betten und Pflegekräfte frei, die wir auf den besonders belasteten Stationen einsetzen", sagte Kliniksprecherin Maren von Dollen am Donnerstag.

Aktuell werden am FEK drei Erwachsene und zwei Kinder wegen Influenza behandelt, dazu kommen weitere Patienten mit schweren Atemwegserkrankungen. "Auch bei unseren rund 800 Pflegekräften ist der Krankenstand hoch. Statt wie sonst 7,5 Prozent beträgt er aktuell zwölf Prozent", sagte von Dollen.

Im Universitätsklinikum Schleswig-Holstein (UKSH) mit seinen Standorten Kiel und Lübeck werden derzeit nach Angaben von Sprecher Oliver Grieve jeden Morgen die Personal- und Bettenkapazitäten abgeglichen. "Wenn in einer Klinik Betten frei sind, werden Patienten von internistischen Stationen dorthin verlegt", sagte er. "Wir stehen natürlich vor der Herausforderung, dass wir als Maximalversorger einspringen müssen, wenn kleinere Kliniken ihre Notaufnahmen schließen müssen. Aber wir haben die Lage im Griff", sagte Grieve.

Im Gesundheitsministerium in Kiel fand am Donnerstag erstmals eine Lagebesprechung zur Grippewelle statt. Diese Runde komme künftig täglich zusammen, um die Behandlungskapazitäten der Kliniken zu koordinieren, sagte ein Sprecher des Ministeriums. 

Bei der Regionalbahn Schleswig-Holstein und der Hamburger S-Bahn fahren die Züge trotz erhöhten Krankenstandes beim Personal planmäßig. "Bislang konnten wir die Ausfälle kompensieren", sagte eine Bahnsprecherin. Auch Schulausfälle wegen Grippe kranker Lehrer gab es nach Angaben des Bildungsministeriums in Schleswig-Holstein bislang nicht.

Im Nachbarland Mecklenburg-Vorpommern mussten dagegen in einigen Schulen Klassen zusammengelegt werden, weil viele Lehrer krank sind, hieß es aus dem Bildungsministerium in Schwerin. Ende vergangener Woche hatte es nach Angaben des Kompetenzzentrums meldepflichtiger Erkrankungen am Universitätsklinikum Schleswig-Holstein landesweit mehr als 1900 Grippekranke gegeben. In Mecklenburg-Vorpommern waren dem Landesamt für Gesundheit und Soziales zum selben Zeitpunkt mehr als 1700 Influenza-Infektionen gemeldet worden. In Hamburg wurden bis Ende voriger Woche nach Angaben der Gesundheitsbehörde 1228 Grippefälle registriert. 

Von dpa

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