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Schleswig-Holstein Albrecht: Genug Raum für den Wolf
Nachrichten Schleswig-Holstein Albrecht: Genug Raum für den Wolf
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10:37 23.12.2019
Am 19. Dezember stellte sich Umweltminister Jan Philipp Abrecht Schafszüchtern an der Westküste. Die empfingen den Grünen-Politiker mit Tierkadavern. Quelle: Daniel Friederichs
Kiel

„Wir können diese Koexistenz zwischen Weidehaltung und dem Artenschutz des Wolfs erreichen“, sagte der Grünen-Politiker. „Allerdings wissen wir auch, dass dies in Schleswig-Holstein eine große Herausforderung ist.“

Im Gegensatz zu vielen Nutztierhaltern ist der Umweltminister von der Effektivität des Wolfsmanagements überzeugt. „Die von uns kostenlos zur Verfügung gestellten wolfssicheren Zäune wirken tatsächlich“, sagte Albrecht. Dies zeige auch der Fall des jüngst in Dithmarschen nachgewiesenen Wolfs GW1430m. Nachdem Schäfer vor Ort wolfssichere Schutzzäune errichteten, habe es hinter diesen bislang nur einen nachgewiesenen Wolfsriss gegeben.

Kritik am Wolfsmanagement versteht Albrecht nicht

Kritik an den Kosten des Wolfsmanagements sei für ihn deshalb unverständlich, sagte Albrecht. „Es ist der beste Weg, den Haltern die Zäune zu zahlen und damit dazu beizutragen, dass es keine weiteren Risse gibt.“ 2019 hat das Wolfsmanagement des Landes 3,1 Millionen Euro gekostet. Für 2020 sind bislang im Haushalt 2,0 Millionen Euro eingeplant.

Karte: Wölfe in Schleswig-Holstein – Sichtungen und Risse seit 2012

Kein Verständnis für Halter, die keine Zäune aufstellen

„Jedes gerissene Schaf tut weh. Und es ist emotional belastend, morgens beim Gang auf die Weide nicht zu wissen, ob der Wolf in der Nacht da war“, sagte der Minister. Für die emotionalen Reaktionen habe er deshalb grundsätzlich Verständnis. Dies gelte aber nicht für Schafhalter, die keine entsprechende Prävention an den Weiden betrieben. „Es gibt schlichtweg Betriebe im Land, die sich dem verweigern. Mir ist bewusst, dass Aufbau und Pflege eines wolfssicheren Zauns einen gewissen Aufwand bedeuten. Doch das muss im Sinne der Weidetierhaltung geleistet werden.“

Minister sieht die Jamaika-Koalition hinter sich

Prävention sei essenziell wichtig, damit sich die Wölfe nicht an die Ernährung durch Nutztiere gewöhnten, sagte Albrecht. Seien die Schafherden wolfssicher geschützt, suchten die Raubtiere wieder das Weite. „Die Westküste ist für den Wolf als natürlicher Lebensraum nicht attraktiv. Er findet dort keine Rückzugsräume und hat auch Schwierigkeiten, ausreichende Nahrung zu finden.“

Einen Riss innerhalb der Jamaika-Koalition sieht Albrecht nicht. Allerdings seien einzelne Äußerungen vornehmlich von CDU-Landtagsabgeordneten dem sachlichen Umgang mit dem Thema nicht zuträglich. Hier würden zum Teil Ängste geschürt und falsche Erwartungen geweckt.

Keine Aufnahme des Wolfs ins Landesjagdrecht

Forderungen von Teilen der Union nach einer Aufnahme des Wolfs in das Landesjagdrecht lehnt Albrecht weiter strikt ab. „Das wäre eine völlig symbolische Maßnahme, die den Haltern überhaupt nicht hilft.“ Die EU-Richtlinie zum Schutz der Wölfe werde dadurch nicht ausgehebelt. In der Praxis ändere eine solche Aufnahme in das Jagdrecht nichts. Es bleibe in Schleswig-Holstein dabei, dass Wölfe zum Abschuss freigegeben werden, wenn sie wiederholt wolfssichere Zäune überwinden.

Karte: Welcher Wolf tötete 2019 wo?

Verhandlungen mit der EU über die sogenannte Entnahme

Albrecht ist überzeugt, dass die Jamaika-Koalition das Wolfsmanagement 2020 gemeinsam fortsetzen kann: „Wir haben in der Koalition keinen grundsätzlichen Dissens in der Sache.“ Die vom Bundestag beschlossene Erleichterung des Abschusses von Wölfen könne den Umgang mit möglichen weiteren Problemwölfen im Norden erleichtern.

Die Landesregierung ist derzeit im Gespräch mit der EU-Kommission über die Regeln zur „Entnahme“ von Wölfen an der Nordseeküste. „Wir können die Deiche nicht komplett sichern“, sagte der Umweltminister. „Da muss ein niedriger Schutzstatus des Wolfs gelten.“

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