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Schleswig-Holstein Grünes Licht für Plantage in Neumünster
Nachrichten Schleswig-Holstein Grünes Licht für Plantage in Neumünster
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11:57 16.04.2019
Von Heike Stüben
Die Hanffabrik in Neumünster befindet sich im Bau.  Quelle: Thorsten Geil
Neumünster

Seit 2017 können Schwerkranke Cannabis auf Rezept erhalten. Doch bisher müssen Hanfblüten importiert werden. Dabei kommt es immer wieder zu Lieferengpässen. Das soll sich durch die Anbau-Lizenzen ändern. Doch Klagen verzögerten das Vergabeverfahren. Nun hat das Bundesamt nach Informationen von kn online entschieden, wer die 13 Lose für die nächsten Jahre erhält: fünf davon gehen an die Aphria Deutschland GmbH.

Die Firma ist eine Tochter des Konzerns Aphria Inc. in Kanada. Das Unternehmen ist auf den Anbau und Vertrieb von medizinischen Cannabisprodukten spezialisiert. In Deutschland darf Aphria vorerst jährlich 1000 der insgesamt genehmigten 2600 Kilogramm Cannabis produzieren. Erste Ernten werden für 2020 erwartet.

Plantage für Cannabis oder Chili

Aphria-Geschäftsführer Hendrik Knoop wollte sich noch nicht näher dazu äußern, weil die Entscheidung des Bundesamtes noch nicht endgültig sei. Allerdings hat man bereits mit dem Bau einer 8000 Quadratmeter großen Halle in Neumünster begonnen. Hätte es mit der Genehmigung nicht geklappt, hätte Aphria dort Chili-Pflanzen für medizinische Produkte wie Wärmepflaster gezüchtet.

Chilipflanzen benötigen ähnliche Verhältnisse wie Hanf, bringen aber deutlich weniger Geld ein. „Durch die perfekt abgestimmten Raum-, Licht-, Temperatur- und Luftverhältnisse und der individuellen Düngung erreichen wir weit höhere Erträge pro Quadratmeter als beim Anbau im Gewächshaus“, erklärt Knoop dazu auf der Website von Aphria

Der Tresor: ein Hochsicherheitslager

Unabhängig von Neumünster wird in Bad Bramstedt "der Tresor" gebaut: 1000 Tonnen Stahlbeton, Nato-Stacheldraht, Kameraüberwachung und die Polizeistation in der Nähe sollen dafür sorgen, dass in dem Hochsicherheitslager bis zu fünf Tonnen Cannabis-Produkte sicher gelagert werden. Die will das Unternehmen auch aus dem Ausland – etwa Dänemark – importieren. Nur so sei der Bedarf in Deutschland zu decken.

Der Deutsche Hanfverband schätzt, dass bis zu 60 000 Patienten medizinisches Cannabis nutzen. Bis 2017 seien es nur 1000 Patienten gewesen

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