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Schleswig-Holstein Fällt Priens Zusatzstunde zu oft flach?
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14:00 31.05.2019
Vor einem Jahr wurde das Projekt Zusatzstunde zunächst für die Erstklässler gestartet. In diesem Sommer soll es ausgeweitet werden. Quelle: Felix Kästle
Kiel

Schulministerin Karin Prien (CDU) will erst in den nächsten Wochen und Monaten ermitteln, was die rund 400 Grundschulen in Schleswig-Holstein mit der im Sommer 2018 eingeführten Zusatzstunde machen. "Unser Wunsch ist, dass in den Schulen im Regelfall eine Stunde mehr erteilt wird", sagte die CDU-Politikerin. Entschieden werde das aber von den Schulleitungen. Sie könnten die zusätzlichen Lehrerstunden im Prinzip auch anders einsetzen, zum Beispiel für eine Doppelbesetzung, bei der zwei Lehrkräfte eine Schulstunde geben. "Das sollte aber ein Einzelfall sein."

In anderen Ländern gibt es 27 Wochenstunden

Erklärtes Ziel von Prien war, mit der 21. Stunde für Erstklässler den Abstand zum Unterrichtsumfang in anderen Bundesländern (bis zu 27 Wochenstunden) zumindest etwas zu verringern. Die im Koalitionsvertrag von CDU, Grünen und FDP vereinbarte Hilfsmaßnahme kostet das Land im laufenden Schuljahr 40 Lehrerstellen (mehr als zwei Millionen Euro). Ab Sommer verdoppeln sich die Kosten. Dann sollen auch die zweiten Klassen eine Zusatzstunde erhalten.

Lehrer: Zusatzstunde wird individuell eingesetzt

Der Verband Bildung und Erziehung (VBE) und die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), in denen viele Grundschullehrkräfte organisiert sind, beobachten die Entwicklung seit Einführung des Projektes. Erste Erfahrungsberichte liegen bereits vor.

"Die Rückmeldungen aus etlichen Grundschulen weisen darauf hin, dass die Zusatzstunde individuell und sehr verantwortungsbewusst verwendet wird, etwa als zusätzliche Deutschstunde oder zur Gruppenbildung bei der Leseförderung", sagte der VBE-Landesvorsitzende Rüdiger Gummert.

Die GEW geht ebenfalls davon aus, dass die Grundschulen die zusätzlichen Lehrerstunden für einen bunten Mix an Maßnahmen einsetzen. Diese Entscheidung solle auch weiterhin den Schulen überlassen werden, sagte die GEW-Vorsitzende Astrid Henke. Die Zusatzstunde sei "gut und richtig". Gleichwohl erhielten Erstklässler in schleswig-holsteinischen Grundschulen immer noch weniger Unterricht als in anderen Bundesländern. "Insofern fällt der Regierungsjubel über die eigene Politik an dieser Stelle doch etwas arg laut aus."

SPD sieht Priens Projekt als gescheitert an

Die SPD nutzte die Steilvorlage. "Das Regierungsprojekt kann als gescheitert angesehen werden", sagte der schulpolitische Sprecher der Landtags-SPD, Kai Vogel. Prien habe den Mund zu voll genommen. Es sei "peinlich", dass sie nicht einmal wisse, wie die Schulen die Zusatzstunde einsetzten. "Das spricht dafür, dass Frau Prien ihr Ministerium nicht im Griff hat."

Von Ulf B. Christen

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