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Schleswig-Holstein Bauern sehnen sich nach Landregen
Nachrichten Schleswig-Holstein Bauern sehnen sich nach Landregen
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07:00 18.04.2019
Von Anne Holbach
Foto: Dürresommer 2018: Die Wasservorräte im Boden sind noch nicht wieder aufgefüllt.
Dürresommer 2018: Die Wasservorräte im Boden sind noch nicht wieder aufgefüllt. Quelle: Wolfgang Kumm
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Kiel

„Aktuell sorgt Hoch Katharina für gutes Wetter. Das wird noch bis Mittwoch nach Ostern die atlantischen Tiefdruckgebiete von uns fernhalten“, sagt Meteorologe Kent Heinemann von Wetterwelt in Kiel.

„Das Hochdruckgebiet ist eine ganz schöne Mauer, gegen die die Tiefdruckgebiete anrennen müssen“, sagt Heinemann. Erst Mitte kommender Woche soll „Katharina“ langsam abziehen, dann könnten dichtere Wolken aufziehen und den Landwirten Regen bringen. Schafft es kein Tief hierher, könne es aber auch bis Ende des Monats trocken bleiben.

Bauern warten auf Landregen

Im April gab es bei Sophus Theophile in Ostholstein noch keinen Niederschlag. „Und erst mal ist ja nichts in Aussicht“, sagt der Ackerbauer aus Neukirchen, der Raps, Weizen und Wintergerste anbaut. Noch sei wegen der Kälte das Wachstum der Pflanzen eher gering, so dass die Wasserversorgung ausreiche. Wenn es nun wärmer werde, könne sich das ändern. „Alle zwei Wochen einen guten Schluck Regen, das wäre schon wünschenswert.“

Winter war nicht so nass wie sonst

Die Sorge unter den Bauern, dass die Ernte in dieser Saison erneut unter Dürre leidet, ist laut Daniela Rixen von der Landwirtschaftskammer groß. „Die Wintermonate, die hier klassischerweise relativ nass sind, waren nicht sehr regenreich“, so Rixen.

Im März fiel überdurchschnittlich viel Regen

Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) blieben die Niederschlagsmengen in Schleswig-Holstein von Oktober bis Januar um ein Drittel unter dem langjährigen Durchschnitt. Im März fiel mit 105 Litern pro Quadratmeter zwar überdurchschnittlich viel Regen.

„Das hat eine Menge gebracht, die Wasservorräte im Boden sind aber noch nicht wieder ausreichend gefüllt“, sagt Rixen. Wer ein Loch schaufele, könne sehen, dass der Boden etwa nach 50 Zentimetern sehr trocken sei.

Böden bräuchten steten Niederschlag

Auch Meteorologe Heinemann spricht beim Blick auf den März nur von einem Tropfen auf den heißen Stein. Der Boden konnte den kräftigen Niederschlag so schnell nicht aufnehmen und speichern, vielmehr sei das Wasser abgeflossen. „Die Ackerböden könnten steten Niederschlag, der über ein paar Tage dahindümpelt, gebrauchen.“

Kritisch für die Erträge könnte es laut Rixen werden, wenn Mai und Juni sehr trocken bleiben. „Wenn nur wir eine schlechte Ernte haben, aber auf dem Weltmarkt viel Getreide im Angebot ist, haben wir noch dazu schlechte Preise“, sagt Theophile. Sollte es erneut einen Dürresommer geben, müssten wohl einige Landwirte Flächen verkaufen.