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Schleswig-Holstein Gymnasien streben Rückkehr zu G9 an
Nachrichten Schleswig-Holstein Gymnasien streben Rückkehr zu G9 an
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10:00 13.11.2017
Von Jürgen Küppers
„G8 ist ein Experiment, das gescheitert ist,“ sagt Helmut Siegmon, Chef des Philologenverbands (re. im Bild). Quelle: Karina Dreyer
Kiel

Philologenverband und Landeselternbeirat bestätigen diesen Trend. „Ich habe keinen Zweifel daran, dass wir wieder fast flächendeckend G9 bekommen werden“, fasst der Landesvorsitzende des Elternbeirats für Gymnasien, Thomas Wulff, das Ergebnis seiner vielen Gespräche mit Schulleitern und Elternvertretern zusammen: „Ich gehe davon aus, dass von den derzeit 84 G8-Gymnasien im Norden weniger als zehn übrig bleiben.“ Der Hauptgrund dafür liege auf der Hand: „Die vom Land vorgegebene Hürde von mindestens 75 Prozent Zustimmung im Beschluss der Schulkonferenz zur Beibehaltung von G8 ist einfach zu hoch.“

Wie berichtet, müssen sich die meisten Gymnasien schon in den kommenden Wochen durch solche Beschlüsse Klarheit verschaffen. Denn die Zeit drängt: Bereits am 23. Februar beginnt der Anmeldezeitraum für die künftigen Sextaner, deren Eltern verbindlich wissen wollen, welchen Weg das jeweilige Gymnasium anbietet.

Dass das in den allermeisten Fällen ein G9-Weg sein wird, glaubt auch der Landesvorsitzende des Philologenverbandes, Helmut Siegmon: „Die heftige Debatte um G8 oder G9 ist seit der Landtagswahl vorbei, der Druck ist raus.“ Nun konzentrierten sich die Gymnasien darauf, in „Ruhe und Gelassenheit“ pädagogische und didaktische Weichen Richtung G9 zu stellen. „Insofern rechne ich damit, dass viele Schulen erst gar keine Anträge beim Ministerium einreichen und somit automatisch auf G9 umgestellt werden.“

Das sehen auch Schulleiter im Norden so: „Ich habe keinen Anlass zu glauben, dass wir einen Schulkonferenzbeschluss brauchen“, erklärt Hans-Jörg Dose, Leiter des Gymnasiums Kronshagen. Weder von Kollegen noch von Eltern oder Schülern empfange er derzeit Signale zur Beibehaltung von G8. Auch sein Kieler Kollege Malte Schulz, Leiter der Käthe-Kollwitz-Schule, rechnet nicht mit der Notwendigkeit eines Schulkonferenzbeschlusses. Der mache nur Sinn, wenn Gremien der Schüler, Eltern oder Lehrer einen entsprechenden Antrag zu G8 stellen. Dies sei aber bislang nicht der Fall.

So klar der Trend, so groß ist aber auch die Unsicherheit in Bezug auf das „Kleingedruckte“ in den G9-Plänen. Beispielsweise sei nach wie vor unklar, ob die zweite Fremdsprache weiter in der sechsten oder (wie vorher bei G9) erst in der siebten Klasse eingeführt wird. Auch der Erhalt der Differenzierungsstunden sei offen. „Hier muss das Land schnellstens Klarheit schaffen“, betont Siegmon. „Denn diese Unsicherheit belastet die Gymnasien enorm.“

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