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Schleswig-Holstein Es muss nicht immer Gold sein
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11:27 29.10.2014
Foto: Auf die Körperhaltung kommt es an: Bogenschütze Holger Hartwig zeigt, wie man den Bogen richtig spannt.
Auf die Körperhaltung kommt es an: Bogenschütze Holger Hartwig zeigt, wie man den Bogen richtig spannt. Quelle: privat
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Preetz

In den Wintermonaten geht es dann zum Training in die Halle der Schule am Postsee in Preetz. Beim Bogenschießen kommt es nicht immer darauf an, ins Gold zu treffen, sondern „schön zu schießen“, sagt Hans Zeitler, ehrenamtlichen Trainer vom Preetzer Turn- und Sportverein (PTSV).„Viel wichtiger ist die Perfektionierung des Schießvorgangs und wie es sich für den Schützen anfühlt“, betont der Deutsche Meister der Preetzer Bogenschützen aus dem Jahr 2003 weiter. Bis auf wenige Ausnahmen üben die Schützen den Sport schon über mehrere Jahre aus, versuchen aber auch neue Erfahrungen anderer Schützen umzusetzen, was Körperhaltung und das Lösen des Pfeils betrifft.

 Das Wichtigste beim Bogenschießen ist die perfekte Beherrschung des Ablaufvorgangs eines Schusses – vom Aufspannen des Bogens bis zum korrekten Lösen des Pfeiles. Erst dann könne sich der Schütze auf das Treffen konzentrieren, erklärt Zeitler. Dazu gehöre natürlich auch das regelmäßige Üben unter Beobachtung eines erfahrenen Trainers, was zu einer „Reproduktion der immer gleichen Körperausrichtung und des Trefferbilds von gruppierten Pfeilen führt“.

 Neben der Ausrüstung des Schützen, wie Brust- und Armschutz, Fingerschlaufe, Tapp und der Bogen selbst mit den Pfeilen entsprechend der jeweiligen Körpergröße, gehört der richtige Aufbau eines Schusses zu diesem Sport. Das heißt, eine aufrechte, stolze Körperhaltung, mit einer etwa Schulter breiten Fußstellung im rechten Winkel zur rund 20m entfernten Scheibe, gefolgt von der Vorbereitung des eigentlichen Schusses. Mit gestrecktem Arm wird der Bogen zum Boden gehalten und der andere Arm zieht die Bogensehne etwa 10 cm an, wodurch die sogenannte Vorspannung aufgebaut wird. Jetzt erst wird der Kopf zur Scheibe gerichtet, der Bogen in Richtung Scheibe angehoben und die Sehne bis an die Wange, in den so genannten Anker, aufgezogen. Je nach Bogenart wird zwischen den Disziplinen Blank, Recurve und Compound unterschieden. Dem entsprechend sind auch das Ankern und Zielen unterschiedlich. Beim Lösen des Pfeils gleitet die Schusshand nach hinten an der Wange entlang. Das Nachhalten des Bogens beendet den Schussvorgang. Erst jetzt wird der Bogen abgesetzt.

 Da dieser automatisierte Bewegungsablauf in völliger Ruhe und Entspannung durchgeführt wird, hat Bogenschießen sehr viel mit Disziplin und auch mit Meditation zu tun. Bogensport ist eher eine technische Sportart unter Berücksichtigung verschiedener Aspekte, wie Flugbahn des Pfeiles sowie Schießen mit Visier und Auswahl des Pfeilmaterials: Karbon oder Aluminium. Der Sport kann von allen Altersgruppen ausgeübt werden. Interessierte können gerne nach vorheriger Absprache am Training teilnehmen.

Von Robert Hennings, Klasse 9b, Friedrich-SchillerGymnasium Preetz