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Schleswig-Holstein Hier wüteten Tornados in Norddeutschland
Nachrichten Schleswig-Holstein Hier wüteten Tornados in Norddeutschland
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09:24 15.06.2016
Von KN-online (Kieler Nachrichten)
Erhebliche Schäden hat ein Tornado uf der Helgoländer Düne angerichtet. Die Hauptinsel blieb jedoch von den Verwüstungen verschont. Quelle: dpa (Archiv)
Hamburg/Kiel

Tornados treten bei großen Temperaturunterschieden auf. Sie können im Extremfall mehrere hundert Kilometer pro Stunde schnell sein, bringen es in der Regel aber auf Tempo 120 in den Böen. Wegen ihres zum Teil sekundenschnellen Entstehens können die Wirbelstürme oft nicht vorausgesagt werden.

Hier finden Sie Fotos von den Auswirkungen des Tornados.

In europäischen Breiten löst sich das Phänomen in der Regel nach wenigen Minuten wieder auf. Wichtige „Zutaten“ sind: große Wolken, Gewitter und unterschiedliche Windrichtungen in unterschiedlichen Höhen. In diesem Gefüge entsteht eine rotierende Bewegung in der eigentlichen Wolke, die nach unten herauswächst und als „Rüssel“ sichtbar wird.

Hier sehen Sie Bilder vom Tornado 1973 in Kiel.

In einer Timeline zeigen wir Ihnen, wo in Norddeutschland schon Tornados gewüstet haben.

3000 Unwetterwarnungen in Gewitterserie

Während der extremen Gewitterserie der vergangenen beiden Wochen hat der Deutsche Wetterdienst (DWD) 3000 Unwetterwarnungen herausgegeben. „Das ist einmalig, seit es das Warnsystem auf Landkreisebene gibt“, sagte DWD-Sprecher Andreas Friedrich der Deutschen Presse-Agentur am Mittwoch. Seit rund 15 Jahren gibt der Wetterdienst Warnungen für einzelne Landkreise heraus.

In der unwetterträchtigen Wetterlage, die am 26. Mai begann, habe es mindestens vier Tornados in Deutschland gegeben. Die Experten gehen inzwischen davon aus, dass es auch am Dienstag in Hamburg ein Tornado war, der schwere Schäden hinterließ. Bestätigt seien Tornados am 5. Juni - einer im mittelhessischen Butzbach und zwei in Schleswig-Holstein. Wahrscheinlich seien es deutlich mehr gewesen, es gebe eine ganze Reihe von Verdachtsfällen, sagte Friedrich, der auch DWD-Tornadobeauftragter ist.

Dass die Zahl der zerstörerischen Wirbelstürme in Deutschland zunehme, sei aber nicht nachweisbar, sagte Friedrich. Mit dem Radar seien sie nicht erfassbar. Der „Beobachtungseffekt“ spiele eine Rolle: „Gefühlt gibt es mehr Tornados, weil mehr erkannt werden.“ Mit Handy-Kameras und Webcams würden einfach mehr dokumentiert. Nach DWD-Schätzungen gibt es pro Jahr in Deutschland einige Dutzend Tornados.

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