Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Hilfe für verwundete Kinderseelen
Nachrichten Schleswig-Holstein Hilfe für verwundete Kinderseelen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
07:00 16.12.2015
Von Karen Schwenke
In dem Kieler Kinderhaus Blauer Elefant gibt es Hausaufgabenhilfe für (v.l.) Erem (11), Dawinder (14), Kübra (9), Bedirhan (10) und Irem (8). Leiterin Karen Wind-Alkis hat jetzt aber auch häufiger mit traumatisierten Kindern zu tun. Quelle: Frank Peter
Kiel

In der Arbeit mit den Kindern rücken zunehmend die Traumata in den Mittelpunkt. Die Landesregierung hat das Problem erkannt und will für 2016 eine Million Euro bereitstellen. Mit dem Geld soll in Kindergärten das Personal für den Umgang mit traumatisierten Kindern geschult und beraten werden.

 Die jungen Menschen haben vielfach Angst und Gewalt erlebt, sie haben ihr zu Hause verloren und eine belastende Flucht hinter sich. „Alle Kinder, mit denen wir arbeiten, haben traumatische Erfahrungen gemacht“, so Johns. Für manche sei das Erlebte derart schlimm, dass sie ihr Verhalten ändern. „Sie hören auf zu sprechen, nässen ein, haben Albträume oder reagieren aggressiv“, sagt die Psychotherapeutin Johns, die viele Jahre mit traumatisierten Kindern gearbeitet hat. Sie weist aber auch darauf hin, dass längst nicht alle Flüchtlingskinder ein auffälliges Verhalten zeigen. „Es ist wie bei anderen Traumata auch, die Menschen verarbeiten die Erlebnisse unterschiedlich. Manche Kinder haben eigene Ressourcen, mit denen sie es schaffen, auch ohne therapeutische Begleitung gut weiterzuleben.“ Andere bräuchten allerdings eine gezielte Traumatherapie.

 Als Alternative zur Therapie nennt Psychologe Manuel Florian die Traumapädagogik. Kinder lernen hierdurch ihre Symptome zu verstehen. „Es schießen Erinnerungsfetzen ein und lösen die negativen Gefühle – Ängste und Hilflosigkeit – genau wie in der Ursprungssituation aus. Wenn Kinder verstehen, wie diese sogenannten Flashbacks mit dem ursprünglichen Erlebnis zusammenhängen, schaffen es einige, ihr Trauma ohne therapeutische Hilfe zu verarbeiten.

 Diese Arbeit mit traumatisierten Minderjährigen ist für die Mitarbeiter in den Kinderschutzzentren und anderen Fachberatungsstellen nicht neu. Traditionell werden dort Kinder aus belasteten Verhältnissen mit körperlichen oder sexuellen Gewalterfahrungen betreut. Wegen des starken Flüchtlingszustroms müssen nun aber auch Erzieher und Ehrenamtliche die Kinder betreuen. Und hier gebe es große Ängste und Unsicherheiten seitens der Erwachsenen.

 Im Haushalt, der heute vom Landtag verabschiedet wird, ist daher ein Budget von einer Million Euro vorgesehen für die Traumaarbeit in Kitas. „Mit der finanziellen Förderung zur pädagogischen Betreuung traumatisierter Kinder aus Bürgerkriegsgebieten leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Integration schon in den Kitas vor Ort“, sagte Sozialministerin Kristin Alheit. „Die Kommunen und Träger bekommen darüber hinaus insgesamt mehr Mittel vom Land für diese wichtige Aufgabe, die 2016 entschlossen angegangen werden muss.“

 Der Kinderschutzbund hat bereits Schulungsprojekte gestartet, um Mitarbeitern in Kindergärten und Ehrenamtlern Sicherheit im Umgang mit den Kindern zu vermitteln.

Alfred Nehls aus Bad Oldesloe kann aufatmen: Der 86-jährige Rentner bekommt von AIDA nun doch den vollen Reisepreis erstattet. Der Schiffsarzt und der Kapitän hatten dem gesundheitlich angeschlagenen Senior die Kreuzfahrt ans Nordkap verwehrt.

Frank Behling 16.12.2015

Ein Neunjähriger hat in Geesthacht (Kreis Herzogtum Lauenburg) eine Handgranate aus dem Ersten Weltkrieg gefunden und mit nach Hause genommen. Die Mutter habe sofort „Bring das raus!“ gerufen und den Kampfmittelräumdienst verständigt, sagte ein Polizeisprecher am Dienstag.

Deutsche Presse-Agentur dpa 15.12.2015

Die Änderungen im Asylrecht Deutschlands stoßen bei der Nordkirche auf Kritik. Die Kirchenleitung befürchtet durch die bereits beschlossenen und noch geplanten Änderungen in der Gesetzgebung eine Aushöhlung des individuellen Rechts auf Asyl, heißt es in einer Erklärung, die am Dienstag in Schwerin veröffentlicht wurde.

Deutsche Presse-Agentur dpa 15.12.2015