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Schleswig-Holstein Hochqualifizierte: Schleswig-Holstein auf dem vorletzten Platz
Nachrichten Schleswig-Holstein Hochqualifizierte: Schleswig-Holstein auf dem vorletzten Platz
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11:45 12.09.2019
Von Anne Holbach
Eine Auswertung ergab: Schleswig-Holstein liegt beim Anteil der Hochqualifizierten im Vergleich der 16 Bundesländer auf dem vorletzten Platz. Quelle: Marijan Murat/dpa (Symbolfoto)
Berlin/Kiel

Nur 24,5 Prozent der 25- bis 64-Jährigen im Land haben einen Studienabschluss oder einen vergleichbaren Abschluss an Berufs- und Fachakademien. Das geht aus einer gestern veröffentlichten Analyse der Statistischen Ämter vor, die sich auf die OECD-Studie „Bildung auf einen Blick 2019“ bezieht. 

Schleswig-Holstein liegt damit deutlich unter dem OECD-Durchschnitt von 37 Prozent. Noch schlechter ist die Lage nur in Sachsen-Anhalt (21,5 Prozent). In Hamburg ist der Anteil der Hochqualifizierten dagegen besonders hoch. Mehr als jeder Dritte verfügt hier über einen „Tertiärabschluss“. Spitzenreiter ist Berlin mit einer Quote von 42,1 Prozent.

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Prien: "Zahlen dürfen uns nicht zufriedenstellen"

„Die Zahlen dürfen uns nicht zufriedenstellen, aber man muss sie auch richtig lesen“, sagt Bildungsministein Karin Prien (CDU). Schleswig-Holstein habe einen starken Mittelstand, weswegen auch die Ausbildung im Dualen System einen hohen Stellenwert habe. Der Arbeitsmarkt biete gerade Beschäftigten mit Berufsausbildung und mittleren Schulabschlüssen „sehr gute Karrierechancen“.

Schlusslicht bei den Studienanfängern

Mit einer Anfängerquote von 39,3 Prozent bei Bachelor- und Masterstudiengängen, Promotionen und gleichwertigen Ausbildungswegen schnitt Schleswig-Holstein am schlechtesten ab. Auch der Anstieg der Quote war bundesweit am niedrigsten: Seit 2006 steigerte sie sich nur um acht Prozent.

„Viele Studierende zieht es aus Schleswig-Holstein nach Hamburg oder Bremen“, sagt der hochschulpolitische Sprecher der Union, Tim Brockmann. Metropolen und Stadtstaaten zögen traditionell Studenten an, so Prien. Anita Klahn (FDP) hält das für keinen Nachteil: „Im Gegenteil: So lernen die jungen Menschen, über den Tellerrand zu schauen. Wichtig ist daher, dass sie nach ihrer Ausbildung zurück ins Land kommen.“

Lesen Sie hier auch den Kommentar von Ulrich Metschies.

Habersaat: Land braucht mehr Abiturienten

Schleswig-Holstein schöpfe seine Bildungsreserven noch nicht genügend aus, so Martin Habersaat, bildungspolitischer Sprecher der SPD. „Die Jamaika-Koalition sieht weiterhin im Gymnasium den Königsweg zum Abitur, während die Gemeinschaftsschule für sie in erster Linie in der Nachfolge der Haupt- und der Realschule steht.“ Das Land brauche mehr Abiturienten, um dem Fachkräftemangel entgegenzuwirken. 

Für die Grünen-Fraktionsvorsitzende Eka von Kalben zeigt das Ergebnis, dass Schleswig-Holstein nach wie vor eine große Herausforderung vor sich habe. „Deshalb ist es richtig und wichtig, dass wir weiter jeden möglichen Euro in Bildung investieren.“ 

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