Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein Uni Kiel hofft auf Elite-Status
Nachrichten Schleswig-Holstein Uni Kiel hofft auf Elite-Status
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:13 12.07.2019
Von Christian Hiersemenzel
Zwei Mal hat sich die Christian-Albrechts-Universität vergebens als Exzellenz-Universität beworben. Klappt es im dritten Anlauf? Quelle: fpr: Frank Peter
Kiel

Knapp 90 Bewerber waren vor drei Jahren gestartet, 19 sind übrig geblieben, und darunter befindet sich auch die Kieler Christian-Albrechts-Universität (CAU). Das Team um Uni-Präsident Prof. Lutz Kipp macht sich Hoffnung, dieses Mal endlich zu den Auserwählten zu gehören - nach vergeblichen Bewerbungen in den Jahren 2007 und 2012 ist es der dritte Anlauf.

Kipp wünscht sich neue Räume für freies Denken

Als einzige Universität hat die CAU die sogenannte transdisziplinäre Forschung ins Zentrum ihres Antrags gestellt: Wissenschaftler sollen künftig verstärkt nicht nur fachübergreifend, also interdisziplinär, zusammenarbeiten, sondern auch mit Partnern aus Politik, Wirtschaft, Medien und Schulen.

Die Kieler Uni könne gesellschaftlich eine Moderatorenrolle übernehmen, um Lösungen für wichtige Probleme zu erarbeiten. „Es reicht nicht mehr, im Elfenbeinturm zu verharren“, sagte Kipp am Freitag. Hochschulen müssten die Menschen unmittelbar einbinden. Man wolle dem „freien Denken“ neue Räume eröffnen, Forschung und Transfer inspirieren, digitale Bibliotheken schaffen, innovative Lehrformen etablieren und die Spitzenforschung vorantreiben.

Es geht um 100 Millionen Euro für sieben Jahre

Insgesamt 100 Millionen Euro sind für die nächsten sieben Jahre beantragt: 40 Millionen Euro für Bauten und Sachmittel, 60 Millionen Euro für bis zu 140 neue Stellen. Angesichts eines Jahresetats von jährlich 180 Millionen Euro, den das Land der Uni zur Verfügung stellt, sei das eine große Summe, hieß es. Wobei mancher Konkurrent ungleich besser ausgestattet sei: Die Technische Uni München erhalte vom Freistaat Bayern jedes Jahr eine Milliarde Euro.

Auch die Politik entscheidet mit

Neben wissenschaftlichen Erwägungen dürften für die Entscheidung knallharte politische Motive eine mindestens ebenso starke Rolle spielen. Um den Zuschlag zu erhalten, sind gleich drei positive Voten erforderlich: Ein Expertengremium mit 39 Wissenschaftlern muss mehrheitlich grünes Licht geben - es will bereits nächsten Donnerstag eine Liste erarbeiten. Nötig ist auch die einfache Mehrheit der 16 Ländervertreter. Und nicht zuletzt muss Bundesforschungsministerin Anja Karliczek (CDU) ihr Placet geben.

Sechs Hochschulen gelten schon als gesetzt

Das Gerangel um die wenigen Plätze ist groß. Die Voraussetzung von mindestens zwei sogenannten Clustern, also vernetzten Forschungseinrichtungen der Spitzenklasse, erfüllen die meisten Bewerber: Kiel kann mit seiner Entzündungsmedizin und der Archäologie auftrumpfen. Sechs Hochschulen gelten allerdings hinter vorgehaltener Hand schon jetzt als gesetzt. Zum erlauchten Kreis dürften die Ludwig-Maximilians-Universität und die Technische Uni in München gehören – beide verfügten bislang über den Exzellenzstatus und müssen sich neu bewerben, die Aberkennung wäre aber eine Überraschung.

Berliner Hochschulen bewerben sich gemeinsam

Dazu kommt Bonn mit seinen beachtlichen sechs Clustern als Favorit, ebenso die Technische Uni Aachen, die TU Dresden als Standort im Osten und die drei Hochschulen in Berlin. Sie umgehen die Forderung nach mindestens zwei Clustern, indem sie ihre Bewerbung gemeinsam eingereicht haben. Sollte der Zuschlag tatsächlich auf sie fallen, gälten alle drei auf einen Schlag als exzellent. Bleiben also noch fünf offene Plätze.

Wissenschaftsministerin Prien fiebert mit

In dieser Woche war in der Bundespolitik viel von gleichwertigen Lebensverhältnissen die Rede und davon, dass neben dem Osten auch der Norden strukturell benachteiligt ist. CAU-Präsident Kipp: „Ich hoffe, dass dieses Argument bei der Entscheidung eine Rolle spielt. Niemandsland kann die Politik nicht tolerieren.“

Die Landesregierung drückt der Kieler Uni jedenfalls die Daumen. „Wir haben die Universität bei der Bewerbung unterstützt und fiebern jetzt natürlich mit“, sagte Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU) gestern. Man werde die strategische Ausrichtung der Hochschule „auch finanziell hinterlegen“.

Kommentare 0 Nutzungsbedingungen
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Unbekannte haben die Häuser von zwei AfD-Abgeordneten der Lübecker Bürgerschaft mit Farbe beschmiert. An einem Haus in der Innenstadt seien in der Nacht zu Freitag eine Wand und die Eingangstür mit Lack besprüht worden, teilte die Polizei mit.

12.07.2019

Die Umweltorganisation Greenpeace hat bei Messungen in der Ostsee düngebelastete Gebiete im Bereich von Flussmündungen und Fjorden ausgemacht. Zudem wurde laut Greenpeace eine große Zahl landwirtschaftlich genutzter Chemikalien nachgewiesen.

12.07.2019

Ein Gefahrgutlaster ist am Freitagmorgen gegen kurz vor sechs Uhr auf der Autobahn 23 in Höhe Schafstedt verunglückt. Der Fahrer des Lkw zog sich dabei schwere Verletzungen zu, war beim Eintreffen der Einsatzkräfte jedoch ansprechbar.

12.07.2019