Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Hochwasser: Schäden in Millionenhöhe
Nachrichten Schleswig-Holstein Hochwasser: Schäden in Millionenhöhe
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
21:27 05.01.2017
Von Frank Behling
Feuerwehrleute waren am Mittwoch in Lübeck im Hochwasser der Trave unterwegs. Quelle: Bodo Marks/dpa
Kiel/Lübeck

„Es war die stärkste Sturmflut seit 2006“, sagte Jürgen Holfert, Leiter des Wasserstanddienstes Ostsee des Bundesamtes für Seeschifffahrt und Hydrographie. An vielen Orten hatten die Pegelstände 1,50 und 1,80 Meter über Normal gelegen. In Lübeck wurden 1,79 Meter und in Wismar 1,83 Meter gemessen. Die Sturmflut ist damit heftiger ausgefallen als erwartet. Der Wind habe sich im letzten Moment noch etwas gedreht. „Er hat kräftiger aus Richtung Nordost geweht“, sagte Bärbel Weidig vom Wasserstandsvorhersagedienst.

 Auch in Kiel stieg das Wasser auf bis zu 1,50 Meter, verursachte aber nur vergleichsweise geringe Schäden. In Mönkeberg riss sich ein Kutter los und sank. In Hohwacht setzte der Sturm dem Strand zu und trug den Sand davon. In Lübeck musste der Einsatzstab noch in der Nacht kurzfristig personell verstärkt werden, weil immer mehr Notrufe eingingen. „Viele Leute hatten ihre Häuser nicht genügend gesichert, wir mussten mit Sandsäcken die Objekte schützen“, sagte Matthias Schäfer, Sprecher der Feuerwehr Lübeck.

Unsere Fotografen zeigen, wie das Sturmtief über Norddeutschland hinwegfegt.

 Zu erheblichen Schäden kam es auf der Insel Fehmarn am Regionaldeich Wallnau. An einigen Stellen soll die Flut laut Bürgermeister Jörg Weber zwei Drittel „weggefressen“ haben. In Heiligenhafen schätzt Bürgermeister Heiko Müller den Schaden auf rund eine Million Euro. Allein 150 Menschen waren dort während der Sturmflut im Einsatz. Insgesamt kam Schleswig-Holstein aber noch glimpflich davon. „Die professionelle Arbeit und die gute Vorbereitung konnten größere Schäden verhindern“, sagte Umweltminister Robert Habeck (Grüne). Küstenschutz sei eine Langfriststrategie, sie zahle sich aus.

 Schlimmer erwischte es Mecklenburg-Vorpommern. Besonders getroffen wurden die Inseln Usedom und Rügen mit Abbrüchen an Steilküsten und Dünen. Die Seebrücke in Ahlbeck auf Usedom, bekannt aus dem Loriot-Film „Pappa ante portas“, wurde beschädigt. Mecklenburg-Vorpommerns Umweltminister Till Backhaus (SPD) kündigte zehn Millionen Euro Soforthilfen für die Beseitigung der Sturmflutfolgen in seinem Bundesland an. Mit einem Flugzeug soll heute die gesamte Küste von Usedom bis zur Landesgrenze nach Schleswig-Holstein abgeflogen werden, um die Schäden zu dokumentieren.

 In den kommenden Jahren könnten solche Sturmfluten noch heftiger ausfallen, prognostiziert der Kieler Klimaforscher Mojib Latif. Grund sei der steigende Meeresspiegel.

Premiere für die Aktion „Leben retten!“: 30 hochmotivierte Männer und Frauen aus der Kieler Region haben am Donnerstag im KN-Druckzentrum den ersten Lebensretter-Kurs absolviert. Danach war nicht nur Franziska Krause überzeugt: „Das war die absolut richtige Entscheidung, hierherzukommen.“

Heike Stüben 24.02.2017

Rund 14.000 Haushalte in Schleswig-Holstein und 9000 in Hamburg sollen in diesem Jahr beim sogenannten Mikrozensus Auskunft über ihre Lebenssituation geben. Das Statistikamt Nord bat am Donnerstag alle ausgewählten Haushalte, die eingesetzten Interviewer zu unterstützen.

KN-online (Kieler Nachrichten) 05.01.2017

Überraschung für Kinder und Erwachsene am Sandstrand von Langeoog: An der ostfriesischen Insel wurden am Mittwoch hunderttausende Plastikeier mit Spielzeug angespült. Die kleinen bunten Kapseln säumten nach Polizeiangaben „ohne Schokoladenüberzug“ den Strand über mehrere Kilometer.

05.01.2017