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Schleswig-Holstein Neues Leben auf Gut Blockshagen
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16:07 05.03.2020
Von Sorka Eixmann
Die Renovierungsarbeiten auf Gut Blockshagen laufen auf Hochtouren. Quelle: Sorka Eixmann
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Mielkendorf

Stühle stapeln sich in der einen Ecke, davor hat sich Inga Wollmann Platz geschaffen, um eine Tür zu lackieren. „Wir haben noch einiges zu tun, aber es sieht schon ganz gut aus“, sagt die 36-jährige Berufsschullehrerin während sie mit dem Pinsel vorsichtig über die Tür streicht. Svenja Preiß ist mit anderen Aufgaben beschäftigt, sie installiert neue Lampen im Café. „Wir wollen schon unseren eigenen Stil“, erklärt die 37-Jährige, die hauptberuflich als Heilpädagogin arbeitet. Daher hat es auch einen farblichen Wechsel gegeben – die Wände erstrahlen in weiß und grau.

Reichlich Platz für alle

Gemeinsam mit den Lebenspartnern und ihren Kindern haben die beiden Frauen schon lange einen Traum – ein Hof auf dem Land. „Und wir kannten das Hofcafé vom Gut Blockshagen, weil wir hier gern Gäste waren. Als wir hörten, dass die Betreiber das Café aufgeben mussten, haben wir uns zusammen getan“, erinnert sich Wollmann. Die Entscheidung fiel dann auch relativ schnell, „Wir wollten den Hof kaufen, denn hier ist Platz genug für uns alle und jeder hat auch Platz genug für sich“, sagt Sonja Preiß. Denn neben dem Wohnhaus gibt es auch noch das Torhaus, das über Wohnraum verfügt.

Vorbesitzer mussten Insolvenz anmelden

2018 endete vorerst der Traum vom Hofcafé Blockshagen: Der damalige Besitzer Diether Mordhorst musste Insolvenz anmelden, die Nachabfindungsforderungen seiner Familie waren zu hoch. Im Februar 2012 fiel der Startschuss für das Leuchtturmprojekt der Aktivregion Mittelholstein, das „Hofcafé Gut Blockshagen“, wurde nach intensiver Bauzeit eröffnet. Die Betreiber waren Kirsten Seemann und Diether Mordhorst, sie hatten rund 460000 Euro in das Projekt gesteckt, 110000 Euro waren Fördergeld von der Aktivregion Mittelholstein. Dann stellten Familienmitglieder von Diether Mordhorst Nachabfindungsansprüche – laut geltender Höfeordnung gelten diese 20 Jahre Jahre. Der Betrieb mit seinen großen Investitionen hatte in der kurzen Zeit laut Mordhorst keine Rücklagen bilden können, um Nachabfindungen tragen zu können. Das Ende des Hofcafés wurde eingeläutet, seit Sommer 2019 hat das Gut neue Besitzer. Im Jahr 1453 war Blockshagen noch ein Dorf, das im Besitz einer Adelsfamilie war. Die Besitzer wechselten, irgendwann wurde es das Gut Blockshagen und seit 1933 war es im Besitz der Mielkendorfer Familie Mordhorst.

Fair-Trade und Regionales

Nach der Entscheidung ging die Arbeit los. „Wir wollen schon, dass es unser Café wird“, sagen die beiden Frauen unisono. „Gastronomie macht man nicht mal eben so“, lässt Inga Wollmann die vergangenen Monate Revue passieren. Ob Konzession, Betriebsgenehmigung, Gesundheitszeugnisse oder auch die Suche nach passendem Personal – es gab für alle genug zu tun. „Wir werden unsere Produkte regional beziehen, dazu kommen noch Produkte aus dem Fair-Trade-Bereich.“

Hier gibt es Hofcafés in Schleswig-Holstein

Hühner, Kaninchen und Alpakas

Nicht nur die Farben haben sich geändert, „es wird alles etwas kleiner“, verrät Wollmann. 30 bis 40 Sitzplätze wird es drinnen geben, an dem Konzept für Veranstaltungen wird ebenfalls gearbeitet. „Wir möchten mit dem Kulturverein Westensee zusammenarbeiten“, sagt Preiß. Natürlich soll auch der Nachwuchs Spaß am Besuch der Hofstube – so der neue Name – haben. Hühner und Kaninchen sind bereits im Außengehege zu finden, als eine kleine Attraktion werden noch vier Alpakas dazu kommen.

Die Renovierungsarbeiten auf Gut Blockshagen laufen auf Hochtouren, am 4. April soll die Hofstube unter neuer Leitung eröffnet werden.

Flammkuchen-Tag geplant

Ideen gibt es viele, „Wir wollen unterschiedlichen Hof-Schmaus anbieten. Das kann Barbeque, ein veganer Abend oder auch ein Wild-Abend sein“, zählt Inga Wollmann auf. Donnerstags sei Flammkuchen-Tag geplant. Doch bis der erste Flammkuchen serviert wird, gibt es noch eine Menge zu tun. „Wir sind sehr froh, dass wir so viel Unterstützung von unseren Freunden haben. Sonst hätten wir das nie geschafft“, betont Sonja Preiß und schraubt weiter neue Lampen in die Fassungen. 

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