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Schleswig-Holstein 15-Jährige dürfen bald Moped fahren
Nachrichten Schleswig-Holstein 15-Jährige dürfen bald Moped fahren
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10:49 19.07.2019
Von Bastian Modrow
Michael Rutthoff vom Roller Markt Kiel sitzt auf einer „50er“, eine Klasse, die zur Kategorie Moped gehört und 45 Stundenkilometer schnell fahren kann. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

Verkehrsminister Bernd Buchholz (FDP) will noch in diesem Jahr eine entsprechende Landesverordnung auf den Weg bringen. 2020 soll der neue Führerschein in der Klasse AM starten.

Moped-Führerschein ab 15 Jahre: Bundesrat stimmt zu

„Ziel ist es, Jugendlichen eine bessere Mobilität zu ermöglichen, um zum Ausbildungsbetrieb oder zur Schule zu gelangen“, sagt Gero Storjohann, Bundestagsabgeordneter der CDU aus Schleswig-Holstein. Er hat sich seit fünf Jahren für die Absenkung des Führerscheinalters eingesetzt. Jetzt hat der Bundesrat der notwendigen Gesetzesänderung zugestimmt und die Entscheidung an die Länder übertragen, ob diese den neuen Moped-Führerschein anbieten wollen oder nicht.

Schleswig-Holstein: Polizeigewerkschaften sind skeptisch

In Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen laufen bereits seit drei Jahren Modellversuche, die allerdings bis April 2020 befristet sind. Mit Schleswig-Holstein macht nun das erste westliche Bundesland Nägel mit Köpfen: „Die Landesverordnung wird voraussichtlich Anfang kommenden Jahres in Kraft treten, ab dann können sich Jugendliche mit frühestens 14,5 Jahren in Fahrschulen anmelden“, sagt Verkehrs-Staatssekretär Thilo Rohlfs. Die praktische Prüfung soll frühestens einen Monat vor dem 15. Geburtstag abgelegt werden können.

Führerscheine für motorisierte Zweiräder bleiben altersbegrenzt

Wer ein motorisiertes Zweirad lenken möchte, der muss mindestens 15 Jahre alt sein und dafür lediglich eine Prüfbescheinigung für sein Motor-Fahrrad vorlegen. Einzige Voraussetzung: Das Mofa darf maximal 25 km/h schnell und auf der Sitzbank des Rollers nur Platz für eine Person sein.

Wem das zu langsam ist, der kann mit 16 (in Schleswig-Holstein künftig ab 15 Jahren) seinen Führerschein für die Klasse AM (Mopeds) machen. Die zulässige Höchstgeschwindigkeit beträgt 45 km/h. Ab 16 Jahren können Jugendliche einen Führerschein für die Klasse A1 (für 125er-Maschinen) machen.

Mit 18 Jahren können Zweiradfans den Führerschein Klasse A2 für kleine Motorräder mit einer Leistung von maximal 35 kW absolvieren, nach zweijähriger Praxiserfahrung auch für die Klasse A. Dann dürfen Krafträder ohne Leistungsbeschränkung gesteuert werden.

Die Polizeigewerkschaften sind skeptisch und fürchten, dass es aufgrund fehlender Fahrpraxis vermehrt zu Verkehrsunfällen kommen könnte. Das Ministerium kündigt an, dieses Risiko genau beobachten zu wollen. „Da aber alle Jugendlichen eine Fahrausbildung absolvieren, werden sie bestmöglich auf die Teilnahme am Straßenverkehr vorbereitet“, sagt Rohlfs. Er ist überzeugt, dass sich das Plus an Fahrerfahrung auch positiv auswirken wird, wenn die jungen Menschen aufs Auto umsteigen.

Grünes Licht von Landespolizei und ADAC

Eine Einschätzung, die die Landespolizei teilt und grünes Licht für das Modell im Norden gegeben hat. Auch der Fahrlehrerverband, die Landesverkehrswacht und der ADAC unterstützen das Vorhaben. „Wir würden allerdings begrüßen, wenn es eine bundeseinheitliche Lösung geben würde, um einen unübersichtlichen Flickenteppich zu verhindern“, mahnt Hans-Jürgen Feldhusen, Vorstand beim ADAC in Kiel. Im Zweifelsfall müssen Moped-Fahrer aus Schleswig-Holstein künftig ihre Zweiräder an der Stadtgrenze Hamburgs abstellen. „Das kann nicht im Sinne der Politik sein“, so Feldhusen.

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