Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Schleswig-Holstein In Schleswig-Holstein liegt das Paradies
Nachrichten Schleswig-Holstein In Schleswig-Holstein liegt das Paradies
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:06 21.04.2019
Von Kristiane Backheuer
Mit ihrem Kanadier „Seeschnegge“ sind Dieter Pietsch,Jonathan und Debora auf der Eider unterwegs. Quelle: Thomas Eisenkrätzer
Kiel

Radtouren

Das Radwegenetz in Schleswig-Holstein ist gar nicht so schlecht, wie man meinen könnte. Allein 13 ausgebaute Radfernwege führen durch abwechslungsreiche Naturgebiete, schnuckelige Hafenstädte, verschlafene Dörfer und vorbei an interessanten kulturellen Highlights. Dazu kommen noch insgesamt 22.735 kleinere Fahrradrouten im ganzen Land. Im Internet beispielsweise unter www.sh-tourismus.de, www.sh-radroutenplaner.de oder www.bikemap.net finden Sie die besten Strecken zwischen Nord- und Ostsee. Aber Sie können es auch einfach wie Monika (62) und Manfred Fittkau (67) machen und sich treiben lassen. Die beiden Kronshagener sind mit ihren Pedilacs gerade in Schönwohld (Kreis Rendsburg-Eckernförde) angekommen und machen eine Rast an einer Schafweide. „Ist das nicht schön?“, fragen sie strahlend beim Blick auf unzählige kleine Lämmer, die um die Mutterschafe herumhoppeln und die Welt erkunden. „Da kann man doch nicht einfach vorbeifahren.“ Am 1. Mai machen sie mit ihren Rädern beim „Lauf zwischen den Meeren“ mit. „Da geht es von Husum nach Damp“, sagt Monika Fittkau. „Dafür trainieren wir schon mal. Und wer weiß, wie lange das schöne Wetter anhält. Wenn die Sonne scheint, müssen wir einfach immer raus.“

Kanutripp

Mit dem Kanu, Kanadier oder Kajak kann man ganz prima die Welt entdecken. In Schleswig-Holstein gibt es nicht nur die große Flusslandschaft an Eider, Treene und Sorge, sondern auch noch unzählige kleine Flüsschen und Seen, die wie gemacht sind zum Entschleunigen. Über 80 Kilometer erstreckt sich beispielsweise das Kanurevier Lauenburgische Seen an der Trave. Das Holsteiner Auenland umfasst sogar 250 Kilometer an Wasserwegen. Oder wie wäre es mit der Schwentine? Sie durchfließt insgesamt 17 Seen und ist perfekt geeignet für tolle Touren auf dem Wasser. Im Internet gibt es Tipps beispielsweise unter www.sh-tourismus.de, www.flussinfo.net oder unter www.nordkanu.de. Oder Sie machen es wie Dieter Pietsch (60) aus Bredenbek, der mit seinen Kindern Jonathan (25) und Debora (28) einfach den Kanadier spontan aufs Dach geschnallt hat und nun seine „Seeschnegge“ an der Steinfurther Mühle (Kreis Rendsburg-Eckernförde) ins Wasser lässt. „Ich starte 10 bis 15 Mal im Jahr zu einer Tour“, sagt er. „Heute ist unsere Jungfernfahrt in diesem Jahr.“ Die Eider sei eine gute Strecke. „Nicht so überlaufen, und die Natur ist einfach wunderschön.“

Offener Garten

In diesem Jahr feiert die Aktion „Offener Garten“ in Schleswig-Holstein sogar ein kleines Jubiläum. Was vor 20 Jahren ganz klein begann, ist inzwischen zu einem Event mit Kultcharakter geworden. Insgesamt 254 Privatgärten und Gartenbetriebe in Norddeutschland und Hamburg öffnen am dritten Juniwochenende ihre Pforten. Aber auch an vielen anderen Terminen können Besucher Einblicke in traumhafte Gärten bekommen und sich Anregungen holen. Mehr: www.offenergarten.de. Wer nicht auf den Sommer warten möchte, kann ja mal einen Abstecher in die Schrebergärten der Region machen. Auch hier finden sich oft zauberhafte Anlagen. Mitten in der Gartenarbeit steckt auch Ingrid Petersen (74), die seit 50 Jahren mit ihrem Mann Klaus (78) eine 420-Quadratmeter-Parzelle in der Kieler Anlage Kollhorst hegt und pflegt. „Im Februar, als es ein paar Tage so schön war, hab‘ ich bereits das meiste geschafft“, sagt sie. „Jetzt schneide ich noch die Rasenkanten und lege mich dann in die Sonne. Wer weiß, wie die nächsten Tage werden.“

Angeln

Wer einen gültigen Fischereischein oder einen Urlaubsfischereischein (gibt es seit 2013) besitzt, kommt hier im Norden voll auf seine Kosten. Ob Binnengewässer oder die Küste - ob Hering oder Aal. Schleswig-Holstein bietet wunderbare Abwechslung für Angelfreunde. Beispielsweise unter www.ostsee-schleswig-holstein.de, www.lsfv-sh.de oder www.anglerforum-sh.de bekommen Interessierte unter anderem Informationen über Angelreviere, barrierefreie Angelplätze und den Fischschutz. Die beiden Freunde Darius Drehmel (23) und Falk Behncke (22) sind extra aus dem Kreis Pinneberg nach Strande vor den Toren Kiels gefahren, um Hornhechte zu fangen. „Hier gibt es traumhafte Angelplätze“, sagen beide. „Da lohnt sich der weite Weg.“ Ihr Schlauchboot ist aufgepumpt, zwei Angeln, der Kescher, Bier und Wurst sind verstaut. „Hornhechte angeln wir ohne Haken“, sagen sie. „Das ist schonender für die Fische.“ Später sollen die Meeresfische süßsauer eingelegt werden. „Das schmeckt super.“

Reiterland

Unser Land zwischen den Meeren lässt sich perfekt auf dem Rücken eines Pferdes erkunden. Gerade wenn jetzt der Raps anfängt zu blühen, gibt es eigentlich nichts Schöneres, als hoch auf dem Ross die Natur zu genießen. Der Pferdesportverband Schleswig-Holstein hat eine kostenlose digitale Reit- und Fahrwegekarte zusammengestellt, die die Wege und Routen im ganzen Land vorstellt. Mehr: www.pferdesportverband-sh.de, www.landreise.de oder www.reiten.de. Für Matilda (12) und Naomi (13) aus Hamburg liegt das Glück der Erde nur ein paar Meter entfernt. Die beiden Freundinnen machen gerade in Dänisch Nienhof (Kreis Rendsburg-Eckernförde) Urlaub und haben sich den Haflinger „Woodstock“ und den Traber „Up-Side-Down“, der nur liebevoll „Upsi“ genannt wird, gemietet. Damit geht es gleich auf den Reitplatz mit Blick direkt auf die Ostsee. Kann es etwas Schöneres geben? Die beiden Mädchen lachen und ziehen den Sattelgurt fest. Die Freiheit ruft.

Strandvergnügen

Wer an Nord- und Ostsee Langeweile hat, ist selbst schuld. Zusammengerechnet gibt es 384 Strandkilometer, die entdeckt werden wollen. Dazu kommen die vielfältigsten Freizeitmöglichkeiten. Vom Segeln übers Surfen und SUPen bis hin zu Beachvolleyball, Frisbee und Wikinger-Schach ist fast alles möglich. Informationen über die schönsten Strände und Segelschulen gibt es unter anderem unter www.sh-tourismus.de, www.ostsee24.de oder unter www.segelschule.in Aber viel Programm braucht es eigentlich gar nicht. Das Meeresrauschen, der weiche Sand und ein freier Strandkorb reichen schon zum perfekten Glück. Die beiden Schwestern Sabine Konieczny (58) und Annett Langmaack (56) hat es heute nach Surendorf (Kreis Rendsburg-Eckernförde) gezogen. Mit Decke und bei viel Gesprächsstoff genießen sie die Sonnenstrahlen. „Ach, wenn es doch hier oben immer so schön warm wäre“, seufzen sie und lauschen der sanften Meeresbrandung und den Möwen. Der Norden kann eben das wahre Paradies sein.

Nichts wie raus in die Natur: Das Osterwochenende mit seinen herrlichen Sonnen-Tagen macht Lust auf mehr. Und wir Norddeutsche wissen aus Erfahrung, dass man die Sonne genießen sollte, solange sie da ist. Bei einer kleinen Tour übers Land und an der Ostseeküste entlang haben wir einige Ideen für die nächste warme Zeit zusammengetragen.
Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 22:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Was heißen eigentlich Auferstehung oder Karfreitag auf Plattdeutsch? KN-online ist dieser Frage nachgegangen und stellt in der neuen Ausgabe von "Wat heet dat" die wichtigsten Ostervokabeln vor, damit auch zu den Feiertagen platt geschnackt werden kann. Wer will, kann abschließend sein Wissen testen.

Kerstin Tietgen 21.04.2019

Shoppen und bummeln an Sonn- und Feiertagen: In 95 touristischen Orten in Schleswig-Holstein ist das durch die Bäderregelung möglich. Schließlich orientiert sich ein Urlaubstag nicht daran, ob gerade ein Sonntag oder Montag ist.

Tanja Köhler 21.04.2019

Schöner geht’s nicht: An Ostern bleibt es sonnig und warm. Erst danach könnte sich die Stimmung am Himmel etwas trüben. Und bereits in der Nacht zu Sonntag gibt es Frost in Schleswig-Holstein!

20.04.2019