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Schleswig-Holstein "MSC Zoe": Suche nach Containern läuft
Nachrichten Schleswig-Holstein "MSC Zoe": Suche nach Containern läuft
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12:43 03.01.2019
Von Frank Behling
Ganze Stapel mit Containern sind auf dem Oberdeck des Frachters "MSC Zoe" umgestürzt. Etwa 270 Container fehlen. Es ist der größte Verlust an Containern in der Deutschen Bucht. Quelle: Havariekommando/dpa
Hamburg

Wie das Havariekommando in Cuxhaven mitteilt, steht jetzt die Suche nach den vermissten Containern im Fokus. Aus diesem Grund sind gegen 8.30 Uhr ein Aufklärungsflugzeug des Havariekommandos und ein Hubschrauber der Bundespolizei gestartet. Sie sollen entlang der Küste nach Containern suchen.

Die "MSC Zoe" war fast randvoll mit Containern aus Asien beladen. Bei einem Zwischenstopp in Sines (Portugal) waren am 28. Dezember nur einige Container entladen worden. Danach sollte es direkt nach Bremerhaven gehen.

Suche aus der Luft angelaufen

Als der 396 Meter lange Megaliner dann am Dienstagabend in die Deutsche Bucht einlief, wurde er von mehreren Wellen so heftig getroffen, dass er mit Rollbewegungen begann. Die Folge: Auf dem Vor- und Mittelschiff  der "MSC Zoe" lösten sich dabei ganze Stapel mit Containern.

Zunächst hatte die Besatzung nur den Verlust von etwa 30 Containern gemeldet. Diese Meldung wurde aber dann am Mittwoch im Tagesverlauf korrigiert, als das Ausmaß der Verluste an Deck sichtbar wurde.

Das Oberdeck des Schiffes bietet ein Bild der Verwüstung. Bei einer ersten Besichtigung nach dem Anlegen  in Bremerhaven wurde die Lage auf den Lukendeckeln erkundet. Die Reederei und das Havariekommando beraten derweil über einen Bergeplan für die Ladung. Das Schiff hat vorerst ein Auslaufverbot.

Entlang der Fahrtroute der "MSC Zoe" haben die Suchmaßnahmen nach den vermissten Containern begonnen. Mit Aufklärungsflugzeugen wurden treibende Container in deutschen und niederländischen Gewässern entdeckt, teilte das Havariekommando in Cuxhaven mit.

Ladung in den Niederlanden angespült

In den Niederlanden sind inzwischen auch große Mengen Ladung aus zerbrochenen Containern angespült worden. Kühlschränke, Autoteile, Sandalen, Fernseher und Plastikspielzeug säumen dort die Strände.

Ein Teil wurde von den Anwohnern der niederländischen Inseln auch mit nach Hause genommen. In den Niederlanden darf Strandgut vom Finder behalten werden, wenn davon keine Gefahr ausgeht. In Deutschland wurde durch die Behörde jedoch sofort ein generelles Verbot ausgesprochen. Den Containern sowie der Ladung dürfen sich Spaziergänger nicht nähern. Ganzen Stränden droht deshalb die Sperrung.

Ob alle Container je gefunden werden, ist inzwischen fraglich. Da die Havarie bei Dunkelheit passierte, gibt es kaum genaue Positionsangaben. Ein Großteil der Stahlbehälter ist außerdem in der stürmischen Nordsee weit verdriftet. Es wird damit gerechnet, dass Teile der Ladung noch über Monate an den Stränden in Deutschland, den Niederlanden oder Dänemark angespült werden. 

"MSC Zoe" ist eines der größten Containerschiffe der Welt

Wie das Havariekommando am Morgen mitteilte, werde die Suche nach den Containern seit Sonnenaufgang fortgesetzt. Der Schaden geht wird möglicherweise einen dreistelligen Millionenbetrag erreichen, da auch bei den Containern an Bord erhebliche Schäden entstanden sind.

Die 2015 in Korea gebaute und in Panama registriert "MSC Zoe" gehört zur Olympic-Klasse der Reederei MSC aus der Schweiz. Das 396 Meter lange Schiff gehört mit einer Ladekapazität für rund 19.200 Container zu den größten Frachtschiffen der Welt. Diese Schiffe pendeln zwischen Asien und Nordeuropa.

Es war nicht der einzige Zwischenfall in der Sturmnacht mit einem Schiff von MSC. Vor Wangerooge verlor der Containerfrachter "MSC Vigo" bei einer Notankerung einen Anker mitsamt Kette.

Die "MSC Zoe" hat rund 270 Container in Nordsee verloren. Nun hat sie in Bremerhaven festgemacht.
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