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Schleswig-Holstein Schock-Therapie für Handy-Sünder im Auto
Nachrichten Schleswig-Holstein Schock-Therapie für Handy-Sünder im Auto
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09:00 05.03.2019
Von Bastian Modrow
Sucht nach Wegen, uneinsichtige Verkehrsteilnehmer das Simsen und Telefonieren im Auto abzugewöhnen: Innenminister Hans-Joachim Grote (CDU, rechts). Laut Landespolizeichef Michael Wilksen wurden 2018 mehr als 16 500 Verstöße gegen das Handy-Verbot am Steuer registriert. Quelle: Ulf Dahl
Kiel

„Den Menschen ist das Risiko ihres Handelns nicht bewusst, höhere Bußgelder sind keine Lösung“, sagte Grote bei der Vorstellung des Verkehrssicherheitsberichts der Landespolizei am Montag in Kiel. Er würde auch vor drastischen Mitteln nicht zurückschrecken.

16 509 Verstöße gegen das Handyverbot am Steuer registrierte die Landespolizei im vergangenen Jahr – eine Steigerung von 31 Prozent im Vergleich zu 2017. Für den Minister ist dies eine inakzeptable Entwicklung: „Erst vor einem guten Jahr sind die Bußgelder deutlich auf 120 Euro angehoben worden, gebracht hat dies wenig.“

Nachschulungen mit Unfallbildern

Grote plädiert, neue Konzepte zu entwickeln. „Ein Wochenendseminar in Verkehrserziehung könnte ein probates Mittel sein“, regt der Innenminister an. „Dort sollten dann auch Filme über Verunglückte gezeigt werden – nicht diese weichgespülten Fernsehbeiträge, sondern echte Polizeibilder. Vielleicht hilft eine Art Schocktherapie, die Leute zu mehr Vernunft und Verantwortung zu bewegen.“ Nach Ansicht Grotes fehle es vielen Verkehrsteilnehmern an der notwendigen Sensibilität: „Wer mit dem Auto unterwegs ist und währenddessen SMS schreibt, der gefährdet nicht nur sich, er steuert eine ein bis zwei Tonnen schwere Waffe.“

"Handys sind echt eine Seuche"

Vor allem bei jungen Menschen ist die Handynutzung beim Autofahren verbreitet – in fünf Fällen endete das Telefonieren und SMS-Tippen 2018 tödlich. „In den Fußräumen der Unfallfahrzeuge wurden Smartphones gefunden. Handys sind echt eine Seuche“, sagt Axel Behrends, Leiter der Verkehrsabteilung im Landespolizeiamt.

Auf Initiative Schleswig-Holsteins wird die Unfallursache „Ablenkung“ ab sofort bundesweit statistisch erfasst und ausgewertet. Wie im Vorjahr soll die Jagd auf Handysünder am Steuer ein Schwerpunkt der Einsatzkräfte sein, kündigte Landespolizeidirektor Michael Wilksen an.

Unterstützung für diefür den Klimaschutz streikenden Schüler: Bundesweit formieren sich Erwachsene. "Parents for Future" solidarisieren sich mit der Jugendbewegung "Fridays for Future". In Schleswig-Holstein gibt es schon Unterstützer in Kiel, Neumünster, Lübeck und Flensburg.

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