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Schleswig-Holstein Innenministerium hebt Bau-Obergrenze an
Nachrichten Schleswig-Holstein Innenministerium hebt Bau-Obergrenze an
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08:00 19.12.2018
Von Ulf Billmayer-Christen
Foto: Gemeinde Strande in Schleswig-Holstein
Für 901 Gemeinden in Schleswig-Holstein bestimmt das Land das Wachstum. Strande (Foto) und 204 weitere Orte entscheiden selbst über Wohnungsbau. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel

Naturschützer kritisierten die weitere Versiegelung der Landschaft. Auch die mitregierenden Grünen sehen den Flächenverbrauch kritisch. „Das ist eine große Chance für den Wohnungsbau“, sagte dagegen Innen-Staatssekretärin Kristina Herbst (CDU).

Bis zu 36.000 zusätzliche Wohnungen

Gemeinden, die ihr Neubau-Kontingent (bis 2025) schon heute erreicht haben, dürfen weitere Wohnungen errichten. Das gilt einerseits für 748 Dörfer, die bis 2030 zehn Prozent ihres Wohnungsbestandes (Ende 2017) dazu bauen dürfen, und andererseits für 153 Gemeinden etwa in der Kiel-Region, die sogar bis zu 15 Prozent zulegen können. Nach der Rechnung des Innenministeriums könnten so unter dem Strich vor allem in den ländlichen Regionen in den nächsten zwölf Jahren bis zu 36.000 zusätzliche Wohnungen entstehen. Das wäre ein Viertel des gesamten Bedarfs in Schleswig-Holstein.

Flächenverbrauch bis 2029 halbieren

Herbst betonte, dass die Regierung im LEP auch den Flächenverbrauch im Visier habe. Er soll sich von derzeit 2,7 Hektar pro Tag in Schleswig-Holstein bis 2029 halbieren.

BUND und Grüne sind kritisch

„Die Klimaschutzziele lassen sich so nicht erreichen“, sagte Ole Eggers, Landesgeschäftsführer vom BUND. Die Versiegelung von Flächen sei neben der Verbrennung fossiler Energieträger einer der gravierendsten Treiber der Klimakrise. Die Grünen stellten klar, dass der LEP-Grundsatz, den Flächenverbrauch erst zu halbieren und langfristig auf Null zu bringen, „nicht einer Beliebigkeit anheimgestellt“ ist. „Wir müssen das auch zielstrebig umsetzen“, sagte der Abgeordnete Bernd Voß.

Heike Stüben 18.12.2018