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Schleswig-Holstein Gefährliche Straßen in Schleswig-Holstein
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20:01 22.03.2016
Von Kathrin Mansfeld
Im Jahr 2015 sind insgesamt 107 Menschen bei Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein tödlich verunglückt. Quelle: Screenshot/ CartoDB
Kiel

Am vergangenen Donnerstag ereignete sich auf der B 503 zwischen Dänischenhagen und Altenholz ein tragischer Unfall. Ein Fußgänger kam bei einem Zusammenstoß zwischen einem Kleintransporter und einem Pkw auf dem angrenzenden Gehweg ums Leben. Kein Einzelfall. Die ernüchternde Bilanz vom vergangenen Jahr zeigt: Bei insgesamt 85 220 Verkehrsunfällen in Schleswig-Holstein im Jahr 2015 starben 107 Menschen an 105 Unfallorten. Unter den Opfern befanden sich zwei Kinder, 28 Frauen und 77 Männer.

Wo sich die Unfälle ereignet haben, sehen Sie auf der interaktiven Karte. Wenn Sie auf die Punkte klicken, bekommen Sie weitere Informationen.

Fünf Tote auf der Autobahn 1

Die Karte lässt auf verschiedene Unfallschwerpunkte schließen. Einer davon ist die Autobahn 1. 2015 gab es dort fünf Unfälle mit tödlichem Ausgang - im Vorjahr waren es drei.

  • Ein 43-jähriger Autofahrer verunglückte im April zwischen Bad Oldesloe und Reinfeld, nachdem er mit seinem Wagen ins Schleudern geraten war. Aufgrund einer schweren Kopfverletzung verstarb er noch am Unfallort.
  • Nur einige Kilometer weiter verunglückte auf dem dreispurigen Autobahnabschnitt im Kreis Stormarn auch ein 66-Jähriger bei Groß Barnitz.
  • Bei Barsbüttel starb im Dezember ein erst 18-jähriger Fahrer. Zwei weitere Unfälle ereigneten sich im Januar und Oktober bei Schabeutz und endeten für eine 49-Jährige und einen 50-Jährigen tödlich.

Der sechste tödliche Unfall im vergangenen Jahr auf einer Bundesautobahn war auf der Autobahn 7 bei Alveslohe im Kreis Segeberg.

Die gefährliche Bundesstraße 76

Deutlich mehr Unfälle ereignen sich fernab der Autobahnen. Trauriger Vorreiter ist die Bundesstraße 76, die von Schleswig über Eckernförde nach Kiel, und von dort weiter über Plön, Eutin und die Ostseebäder bis nach Lübeck-Travemünde führt und schließlich in die Bundesstraße 75 mündet. Sie zählt zu den tödlichsten Verkehrswegen in Schleswig-Holstein.

Allein auf dem Achsenkamp - einem kurzen, aber gerade verlaufenenden Streckenabschnitt kurz hinter Gettorf - kamen im vergangenen Jahr drei Männer ums Leben. 

Das Wrack des Motorrads auf der B76: Ein Überholmanöver endete für den Fahrer und seine Begleiterin tödlich. Quelle: Uwe Rehbehn (Archiv)
  • Bei einem dieser Fälle (Foto) in der Nähe der Gemeinde Neudorf-Bornstein (Kreis Rendsburg-Eckernförde) hatte ein Motorradfahrer versucht, eine lange Fahrzeugschlange zu überholen. Dabei wurde er von einem Traktor beim Linksausscheren übersehen.
  • An der selben Stelle endete auch eine Spritztour am Ostersonntag 2015 für einen 57 Jahre alten Motorradfahrer aus Kronshagen tödlich. Nach Angaben der Polizei waren drei Biker mit Harley-Davidson-Maschinen in Richtung Norden unterwegs, als bei einem Überholversuch zwei der Maschinen zusammenstießen.
  • Der dritte tödliche Unfall auf dieser kaum zwei Kilometer langen Strecke ereignete sich im Juni 2015. Ein 48-jähriger Autofahrer war mit seinem Wagen aus zunächst ungeklärter Ursache auf gerader Strecke auf die Gegenfahrbahn geraten und frontal mit einem Schwerlaster zusammengestoßen.

Um diesen Unfallschwerpunkt zu bekämpfen, wurde über eine Geschwindigkeitsbegrenzung auf 70 km/h und ein strikteres Überholverbot nachgedacht. Denn häufig sind riskante Überholmanöver die Ursache für den tödlichen Ausgang der Unfälle auf der B76. Mittlerweile wurde das Überholverbot an dieser Stelle mit einer durchgezogenen Linie verlängert.

Vier weitere Menschen verunglückten im Jahr 2015 auf der B76 unter anderem bei Bösdorf, Dodau und Schellhorn.

Tödliche Unfälle in Kiel

Den traurigen Rekord bei den kreisfreien Städten hält Kiel mit sechs Toten. So verunglückte ein Motorradfahrer im August bei einem Verkehrsunfall an der Alten Lübecker Chaussee stadteinwärts, als er an der Kreuzung Stormarnstraße von einem Wagen erfasst wurde. Im Dezember starb ein Fahrradfahrer in Kiel-Mettenhof auf dem Skandinaviendamm. Zudem verunglückte ein 27-Jähriger auf dem Ostring zwischen Ellerbek und Wellingdorf.

Auch auf der Holtenauer Straße kam im April 2015 eine 76-jährige Fußgängerin, nachdem sie von einem Pkw-Fahrer übersehen wurde, ums Leben. Auf der Olshausenstraße, Ecke Olof-Palme-Damm, verunglückte im Juli ein 38-Jähriger. Zuletzt kam in der Saarbrückenstraße eine 74-jährige Fußgängerin bei einem Verkehrunfall ums Leben. Anders als die Stadt Kiel hatten Neumünster und Flensburg im vergangenen Jahr keine Verkehrstoten zu vermelden, in Lübeck waren es insgesamt vier.

Tödliche Unfälle nach Kreisen

Die Unfallstatistik 2015 listet die Unfälle auch nach Kreisen auf. Die meisten Unfälle endeten im Kreis Schleswig-Flensburg (14 Tote), Ostholstein (13 Tote) und Rendsburg-Eckernförde (11 Tote) tödlich. Die Zahlen aus den anderen Kreisen können Sie folgender Grafik entnehmen:

Zahlen der Unfalltoten seit 1995

Auch wenn die Zahl der Unfalltoten mit 107 hoch erscheint, nehmen die tödlichen Verkehrsunfälle in Schleswig-Holstein ab: Seitdem die Unfallstatistik von der Polizei geführt wird, ist dies der zweitniedrigste Wert seit 1995. Im Vergleich zu 2014 sind die Zahlen der Unfalltoten in Schleswig-Holstein um rund zwölf Prozent gesunken.

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