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Schleswig-Holstein "2019 ist die Fischerei-Krise überstanden"
Nachrichten Schleswig-Holstein "2019 ist die Fischerei-Krise überstanden"
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10:42 24.10.2017
Von Alev Doğan
Peter Breckling, Deutscher Fischereiverband: "Die Frage lautet: Wer wird hier fischen? Größere Einheiten aus Dänemark oder Familienbetriebe?" Quelle: Frank Peter
Kiel

Der Verbandsvertreter Peter Breckling  ist optimistisch – aber ganz ohne staatliche Hilfe wird es nicht gehen

Essen Sie eigentlich Fisch, Herr Breckling?

Peter Breckling: Ja, und wie! Kabeljau, Dorsch, Seelachs, Hering – der wird oft unterschätzt. Aber am liebsten Nordseekrabben.

Und wo kaufen Sie den?

Natürlich bei den Fischern – so gut es geht – und bei den Genossenschaften.

Wie geht es Schleswig-Holsteins Fischern?

Sie wurden hart getroffen von der erheblichen Quotenkürzung beim Dorsch. Die Bundesregierung hat aber erkannt, dass es vernünftig ist, die Betriebe nicht in den Konkurs segeln zu lassen. Schnell kam ein Hilfsprogramm zustande. Vom Bund und der EU-Fischereiförderung haben die Betriebe im Mittel zwischen 5000 und 6000 Euro bekommen – einmalig für 2017. Und auch 2018 bleibt es noch schwierig, die Fangquote bleibt gering. Wissenschaftler haben aber festgestellt, dass der Jahrgang 2016 überdurchschnittlich groß ist. 2019 wird der Dorschbestand also gigantisch sein. Dann könnte man die Quote verdreifachen. Wir aber finden, dass man von dem, was 2019 kommt, einen Teil schon 2018 fangen könnte. Dann hätte man nicht diesen starken Anstieg im Folgejahr.

Warum nicht in Hinblick auf die Nachhaltigkeit andersherum? 2019 nicht das Dreifache, sondern nur das Doppelte fangen und in den Folgejahren mehr Sicherheit haben.

Vollkommen richtig, man wird beides machen müssen. Denn es gibt irgendwann eine Menge, die das Ökosystem nicht mehr ernähren kann. Wenn es zu viele Fische gibt und sie nicht mehr optimal ernährt werden, verlieren wir Erträge. Weltweit gilt: Der Verlust an gefangenem Fisch durch Unterfischung ist größer als der Verlust durch Überfischung.

Unser Problem sind zu viele Fische, nicht zu wenige?

Überspitzt kann man das so formulieren.

Von außen betrachtet entsteht nicht unbedingt der Eindruck eines Langzeitplans...

Das muss man am Ergebnis messen, aber ja, ich gebe Ihnen vollkommen recht. Ich verstehe die Wahrnehmung, jedoch gibt es die gemeinsame Fischerei-Politik der EU mit dem MSY-Prinzip erst seit 2013. Dieses Ziel wollen wir bis 2020 erreicht haben.

 
Ab 2020 muss die Fischerei also nicht mehr subventioniert werden?

Wir haben eine Krisenhilfe 2017 gehabt und brauchen 2018 noch eine. Ab 2019, wenn wir mehr Fisch haben, ist dieses Sonderprogramm definitiv zu Ende. Trotzdem brauchen wir auch dann noch Unterstützung bei Investitionen.

Eine Geburtstagseinladung, aber kein Geld für ein Geschenk. Freunde, die gerne ins Schwimmbad gehen, doch der Eintritt ist zu teuer. Immer mehr Kinder gelten als arm – auch in Schleswig-Holstein. Experten fordern ein Umdenken in der Politik.

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