Menü
Kieler Nachrichten | Ihre Zeitung aus Kiel
Anmelden
Schleswig-Holstein Geständnis: Tod nach Messerattacke
Nachrichten Schleswig-Holstein Geständnis: Tod nach Messerattacke
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
20:56 27.03.2018
Ein Somalier gestand zu Prozessbeginn, einen Landsmann erstochen zu haben. Quelle: Angelika Warmuth/dpa
Anzeige
Itzehoe

Vorausgegangen sei ein Streit um angebliche Beleidigungen seines Zimmernachbarn, erklärte der Mann. Der Angeklagte ist nach eigener Aussage seit

Anfangs habe er sein Opfer mit der Waffe nur erschrecken wollen. Er habe ihn jedoch versehentlich mit einem Stich ernsthafter verletzt. „Er war ein schlechter Mensch“, sagte der Angeklagte. Seinetwegen sei er nicht als Flüchtling anerkannt worden. „Ich dachte, er stirbt sowieso.“ Und dann: „Da dachte ich, dann sollte ich das auch zu Ende bringen“, übersetzte ein Dolmetscher das Geständnis des Angeklagten. „Ich habe ihn erstochen.“

Anzeige

Hintergrund sei gewesen, dass sein Opfer ihn in den Monaten zuvor in der Öffentlichkeit immer wieder beleidigt und Witze über ihn gemacht habe. Auch vor einer Frau, die er heiraten wollte, soll ihn der 22-Jährige lächerlich gemacht haben. Letztlich sei er auch dafür verantwortlich, dass seine Arbeitskollegen - er arbeitete als Küchenhilfe in der Gastronomie - über ihn getuschelt hätten.

Selbst im Gefängnis höre er manchmal Stimmen und Lachen hinter seinem Rücken, antwortete er einer Sachverständigen. Der Angeklagte ist nach eigener Aussage seit mehreren Jahren wegen psychischer Probleme in Behandlung. Er werde auch in Deutschland in der Gefängniszelle mit Medikamenten behandelt.

Die Anklagebörde wirft dem Mann Totschlag vor. Statt einer Gefängnisstrafe könne der auf vier Verhandlungstage anberaumte Prozess jedoch auch mit einer Einweisung in ein psychiatrisches Krankenhaus enden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Jahren wegen psychischer Probleme in Behandlung. Er werde auch in Deutschland mit Medikamenten behandelt.

Von dpa