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Schleswig-Holstein Gibt es Cannabis bald in der Apotheke?
Nachrichten Schleswig-Holstein Gibt es Cannabis bald in der Apotheke?
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10:00 21.06.2017
Von Anne Holbach
Mit der Jamaika-Koalition könnte Schleswig-Holstein bundesweit ein Vorreiter bei der Cannabis-Freigabe werden. Quelle: Fotolia/Montage: Lina Schlapkohl
Kiel

„Eine staatlich kontrollierte Abgabe würde dafür sorgen, dass kein verunreinigter Stoff an die Menschen verkauft wird. Der ,Dealer an der Ecke‘ streckt die Droge ja zum Teil mit sehr gesundheitsgefährdenden Substanzen“, sagt der künftige Sozialminister Heiner Garg (FDP). Die Grünen hätten für die Freigabe von Cannabis im Koalitionsvertrag „hart und erfolgreich gestritten“, sagt Innenpolitiker Burkhard Peters. In der Frage der Umsetzung seien die Grünen „flexibel“. Ob die Freigabe über Apotheken, spezielle „Coffee-Shops“ oder ein ganz anderes Modell erfolge, bleibe abzuwarten.

„Die kontrollierte Abgabe von Cannabis über Apotheken widerspricht eigentlich unserem Berufsethos, da wir das Konzept der Gesunderhaltung verfolgen“, erklärt Frank Jaschkowski vom Apothekerkammer Schleswig-Holstein. Dennoch sei man gesprächsbereit, auch weil sachkundiges Personal wichtig sei, wenn mit solchen Substanzen gehandelt werde. „Unterhalb des Apothekers sehe ich da niemanden, der diese Aufgabe übernehmen kann.“

Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) lehnt die Legalisierung von Cannabis strikt ab. Eine mit dieser Diskussion einhergehende Verniedlichung von Drogenkonsum müsse beendet werden, sagt Geschäftsführerin Susanne Rieckhof. „Der Irrglaube, eine Cannabis-Freigabe sei harmlos und erleichtere die Arbeit der Polizei, muss endlich aus der öffentlichen Diskussion verschwinden.“

In der Suchtberatung wird die Initiative begrüßt. „Sicher muss sein, dass der Jugendschutz gewährleistet ist. Die Gefahren in der Entwicklung von Jugendlichen sind einfach sehr hoch“, sagt Matthias Speich von der Landesstelle für Suchtfragen. Gerade bei Nicht-Erwachsenen könne intensiver Cannabiskonsum das Auftreten von Psychosen fördern, warnt Margrit Stoll vom Suchthilfezentrum Kiel. Deswegen müsse bei einer Freigabe gleichzeitig der Präventionsbereich ausgebaut werden.

Die Feuerwehren in Schleswig-Holstein waren in der Nacht zu Mittwoch stark gefordert: In Jarplund-Weding geriet ein Schuppen in Brand. Eine Person wurde verletzt. In Schwarzenbek gab es ein Feuer in einer Autowerkstatt. In Hadenfeld brannte ein Bauernhof, in Kiel das Vordach eines Supermarkts.

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