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Schleswig-Holstein Das Jobticket hat nicht nur Freunde
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21:09 09.05.2019
Kann ein Jobticket Pendler im Norden dazu bewegen, vom Auto auf den Zug umzusteigen? Quelle: Kay Nietfeld
Kiel

Das Verkehrsministerium will das Jobticket wie berichtet im Sommer nächsten Jahres einführen und zuvor von einem Gutachter verschiedene Abo-Varianten durchrechnen lassen. Das Ticket soll dabei mindestens für die Fahrstrecke zum Arbeitsplatz gelten.

„Das Jobticket ist ein logischer Schritt nach der bereits auf den Weg gebrachten Entlastung der Studenten durch das Semesterticket und ein gutes Angebot an die Pendler in Schleswig-Holstein“, betont Lukas Kilian (CDU). Als Vorbild könne das Profi-Ticket in Hamburg dienen, mit dem sieben Tage die Woche alle Busse und Bahnen nutzbar sind. „Ein preisgünstiger und attraktiver öffentlicher Nahverkehr kann einen enormen Beitrag zur CO2-Einsparung leisten.“

FDP sieht Stärkung der Pendler

Für Kay Richert (FDP) schafft das Jobticket attraktive Anreize, um mehr Menschen für Bus und Bahn zu begeistern. „Statt die Mobilität der berufstätigen Pendler durch Fahrverbote und Tempolimits einzuschränken, würde das Jobticket die Pendler stärken.“ Das Ticket, so Richert, solle dabei nicht nur den Arbeitsweg umfassen. „Wenn das Ticket rund um die Uhr gilt, wird auch die Nutzung des Nahverkehrs in der Freizeit attraktiver.“

Die Grünen verbinden mit dem Jobticket die Hoffnung, Pendler zum Umstieg vom Auto auf Bus und Bahn zu bewegen. Das Ticket reiche aber nicht aus, mahnt Andreas Tietze. „Wir Grüne wollen ein leistungsstarkes Ticket für Pendler, Schüler und Auszubildende nach dem Beispiel des Schüler- und Azubi-Tickets in Hessen.“ Das dortige Ticket gelte „im ganzen Netz, 24 Stunden am Tag und 365 Tage im Jahr“.

SSW will auch ein Schülerticket

Auch Lars Harms (SSW) wirbt für eine größere Lösung. Das Land solle neben dem Jobticket auch ein Schülerticket einführen und „die gleichen Bedingungen wie beim Semesterticket gelten lassen“, also die Nutzung aller Busse und Bahnen in Schleswig-Holstein und Hamburg. „Das wäre zwar ein großer finanzieller Sprung, aber ein wichtiger Beitrag zur Verkehrswende, weil die jungen Leute dann auf den öffentlichen Nahverkehr umsteigen würden.“

Kai Vogel (SPD) beklagt, dass die Regierung bis auf die Ankündigung, dass es ein Jobticket geben soll, „alles andere im Nebulösen“ lasse. „Verlässliche Politik verlangt aber nach mehr als nur nach reinen Gedankenspielen.“ Der SPD-Politiker stellt zugleich klar, dass das bestehende Jobticket der Nahverkehrsgesellschaft (Firmen-Abo) verbessert werden müsse. Begründung: Anders als in Hamburg werde das Jobticket in Schleswig-Holstein bisher kaum nachgefragt.

Hessen gilt als Vorbild

Vorbild ist für Vogel Hessen, wo ein Jobticket etwa Mitfahrten von Familienangehörigen ermögliche. „Dies wäre auch für Schleswig-Holstein eine sinnvolle Perspektive.“ Auch auf der SPD-Wunschliste steht darüber hinaus ein preiswertes Schülerticket.

Von Ulf B. Christen

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