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Schleswig-Holstein Verbandschef begrüßt Solidaritäts-Kippa
Nachrichten Schleswig-Holstein Verbandschef begrüßt Solidaritäts-Kippa
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07:00 31.05.2019
Von Niklas Wieczorek
Die Solidar-Kippa bezeichnete der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein als "sehr gute Idee". Quelle: Christophe Gateau
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Bad Segeberg/Kiel

Hintergrund ist der "Al-Kuds-Tag", der an die Besetzung Ost-Jerusalems durch Israel im Sechstagekrieg 1967 erinnern soll und jährlich für anti-israelische Proteste genutzt wird.

Regierungssprecher Steffen Seibert betonte am Montag, die staatlichen Institutionen müssten dafür Sorge tragen, dass Menschen überall in Deutschland sicher eine Kippa tragen können. Zuvor hatte Klein vor dem Kippa-Tragen an einigen Orten in Deutschland gewarnt.

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Solidar-Kippa als "sehr gute Idee"

Die Solidar-Kippa bezeichnete der Landesverband der Jüdischen Gemeinden von Schleswig-Holstein als "sehr gute Idee", so Blender. "Damit erreichen wir, dass eine Kippa nicht so fremdartig aussieht." Egal ob aus Angst vor Übergriffen oder der Befürchtung, als Außenseiter wahrgenommen zu werden, würden viele Juden auch in Schleswig-Holstein keine Kippot tragen, obwohl sie das gerne wollten.

Mit der Solidar-Kippa könne jeder zeigen: "Das ist überhaupt kein Problem", so Blender. Den Verband hätten in den vergangenen Tagen zahlreiche Anfragen erreicht, woraufhin etliche Gäste-Kippot verschickt wurden. Allen anderen Interessierten rät Blender: Häkeln Sie sich selbst eine Kippa oder basteln Sie eine aus Papier. Die Form sei relativ einfach, Anleitungen finden sich an vielen Stellen im Netz.

Auch hohe Toleranz in Schleswig-Holstein

Die positiven Reaktionen auf solch einen Aufruf seien aber auch ein Indikator, wie es um die Toleranz bestellt sei, lobte Blender die Anfragen. Vorurteile abbauen könne darüber hinaus noch eine weitere Forderung, die von der Konferenz der Europäischen Rabbiner angestoßen wurde: Demnach seien mehr jüdische Emojis – kleine Piktogramme für soziale Netzwerke oder den Austausch per Whatsapp auf dem Smartphone – notwendig, um den Austausch zu entspannen.

Derzeit sind ein siebenarmiger Kerzenleuchter, eine Synagoge und ein Davidstern vorhanden. Aber da gehe noch mehr: "Ich würde gerne mal einen Rabbiner verschicken", sagte auch Blender. Solche kleinen Zeichen könnten helfen, den Umgang mit und im Judentum zu entkrampfen.

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Niklas Wieczorek 30.05.2019
Niklas Wieczorek 30.05.2019
KN-online (Kieler Nachrichten) 31.05.2019