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Schleswig-Holstein Arreststrafe für jungen Verkehrsrowdy
Nachrichten Schleswig-Holstein Arreststrafe für jungen Verkehrsrowdy
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14:20 13.07.2018
Von Stephan Ures
Foto: Symbolbild: Den Angriff des 20-Jährigen mit Pfefferspray auf den anderen Autofahrer wertete das Amtsgericht Neumünster als Körperverletzung.
Symbolbild: Den Angriff des 20-Jährigen mit Pfefferspray auf den anderen Autofahrer wertete das Amtsgericht Neumünster als Körperverletzung. Quelle: Frank Peter
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Bad Segeberg

Anfang August 2017 war der Schüler auf der Autobahn 7 nördlich Hamburg mit seinem VW Polo Richtung Norden unterwegs. Als ein 41-Jähriger aus Buxtehude in einem Mercedes GLS in einer Baustelle abbremsen musste, rummste es: Der Polo war aufgefahren. Anstatt anzuhalten, suchte der VW-Fahrer die Flucht in „filmreifen“ (so die Richterin) Fahrmanövern.

Attacke mit Pfefferspray

Einige Kilometer später, bei Kaltenkirchen, bekam der Buxtehuder ihn dennoch wieder ins Blickfeld, zog neben ihn und bedeutete ihm mit Handzeichen, auf dem Standstreifen zu stoppen. Während der Mercedes-Fahrer am Kofferraum stand, um Warnweste und -dreieck hervor zu holen, näherte sich der Angeklagte und sprühte seinem Opfer ohne weitere Vorwarnung Pfefferspray ins Gesicht. Dann brauste er mit quietschenden Reifen davon. Der Schüler erklärte sein Verhalten damit, er habe bei früheren Vorfällen „schlechte Erfahrungen“ damit gemacht, wenn jemand hinten in einem Wagen herumwühlt – und zum Beispiel einen Baseballschläger hervorholt. Der Mercedes-Fahrer musste später am Auge operiert werden. Der Schaden an seinem Auto betrug rund 3000 Euro.

Zweiter Fall in Neumünster

Vor Gericht wurde noch ein zweiter Fall verhandelt, der sich in Neumünster ereignet hatte. Im Dezember war der junge Mann mit einer 57-jährigen Neumünsteranerin aneinandergeraten, nachdem sie ihm die Vorfahrt genommen hatte. Passiert war außer einer Vollbremsung nichts, aber der Angeklagte wollte die Frau zur Rede stellen. Nachdem sie auf sein Klopfen an die Wagenscheibe nicht eingehen wollte, schlug er den Außenspiegel ab. Schaden: rund 500 Euro.

Führerschein gesperrt

Neben dem 14-tägigen Arrest besagt das Urteil, das nach Jugendstrafrecht erging, dass der 20-Jährige dem Mercedes-Fahrer 250 Euro Schmerzensgeld zu zahlen und ein Antiaggressionstraining zu absolvieren hat. Den Führerschein muss er endgültig abgeben. Bevor er einen neue Fahrerlaubnis beantragen kann, gilt eine sechsmonatige Sperrfrist.

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