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Schleswig-Holstein Wissenschaftler hangeln von Job zu Job
Nachrichten Schleswig-Holstein Wissenschaftler hangeln von Job zu Job
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21:11 11.07.2019
Von Christian Hiersemenzel
Zum 1. Juli 2019 hatten 1006 Wissenschaftler an der Christian-Albrechts-Universität Kiel einen Arbeitsvertrag auf Zeit - oft für drei Jahre oder weniger. Quelle: CAU
Kiel

Demnach hatten zum 1. Juli dieses Jahres 1006 Wissenschaftler an der CAU einen Arbeitsvertrag auf Zeit, oft für drei Jahre oder weniger. In der Verwaltung waren es 263 Mitarbeiter – insgesamt sind das 85 Prozent. An der Kieler Fachhochschule waren zum Stichtag 75 Prozent aller Arbeitsverträge befristet.

„Befristungen bedeuten für die überwiegend jungen Wissenschaftler mehr als unsichere Zukunftsperspektiven, die zum Beispiel eine Familienplanung kaum möglich machen“, sagte Dunckel und sprach von einer „krassen Situation“. Viele müssten sich von einem Arbeitsvertrag zum nächsten hangeln. Dunckel forderte, dauerhafte Beschäftigungsverhältnisse insbesondere für das wissenschaftliche und künstlerische Personal schneller auszubauen, „um kreative Köpfe nicht zu verlieren“.

CAU-Sprecher verteidigt die Praxis

CAU-Sprecher Boris Pawlowski verteidigte das Vorgehen der Kieler Uni. „Befristungen sind im Wissenschaftssystem nicht per se schlecht, sondern sogar notwendig“, sagte er und verwies auf den Auftrag, Nachwuchs auszubilden. Promotions- und Habilitationsstellen seien stets auf drei bis sechs Jahre befristet. Und da Promotionsstellen oft geteilt würden, verdopple sich die Zahl der befristeten Verträge.

Der Kieler FH-Präsident Udo Beer wies darauf hin, dass man sich mit der Landesregierung derzeit um abgestimmte Konzepte bemühe, um möglichst alle prekären Beschäftigungsverhältnisse umzuwandeln. „Es liegt aber im Selbstverständnis der Hochschule, dass auch ein ständiger Wechsel möglich bleibt – insbesondere beim akademischen Nachwuchs.“

Bund und Länder wollen auf Hochschulen einwirken

Bund und Länder hatten am 6. Juni einen Zukunftsvertrag mit dem vielversprechenden Titel „Studium und Lehre stärken“ abgeschlossen. Besonderes Augenmerk wurde auf den Ausbau dauerhafter Beschäftigungsverhältnisse im wissenschaftlichen und künstlerischen Bereich gelegt. „Diesem Ziel fühlt sich die Landesregierung verpflichtet“, hieß es aus dem Haus von Wissenschaftsministerin Karin Prien (CDU). Man werde in den Verhandlungen mit den Hochschule darauf hinwirken, entsprechende Ziele zu vereinbaren.

An der Kieler Muthesius-Kunsthochschule beträgt der Anteil der befristet Beschäftigten 18,2 Prozent, an der Flensburger Europa-Uni 50,5 Prozent, an der Lübecker Stiftungsuniversität 27 Prozent, an der TH Lübeck 72,1 Prozent, an der FH Westküste 50,4 Prozent, an der Hochschule Flensburg 21,6 Prozent und an der Lübecker Musikhochschule 36 Prozent.

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