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Schleswig-Holstein Land plant neue Fachschule in Boostedt
Nachrichten Schleswig-Holstein Land plant neue Fachschule in Boostedt
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10:32 09.07.2019
Von Bastian Modrow
Das Justizministerium hat offenbar Interesse, Teile der ehemaligen Rantzau-Kaserne in Boostedt für eine neue Ausbildungsstätte zu nutzen. Die Planungen sind bereits sehr konkret. Ein Vertrag ist aber noch nicht unterzeichnet. Quelle: Ulf Dahl
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Kiel/Boostedt

Bislang bildet das Land den Nachwuchs in Neumünster aus. „Absehbare altersbedingte Abgänge, die geplante personelle Stärkung des Justizvollzugsdienstes und die Ausbildung von Kräften für die geplante Abschiebeeinrichtung in Glückstadt führen zu einem erhöhten Bedarf an Ausbildungskapazitäten“, so ein Ministeriumssprecher. Zurzeit beschäftigt das Land 730 Justiz-Bedienstete. In den kommenden drei Jahren sollen 60 zusätzliche Stellen geschaffen werden. Die vorhandenen Kapazitäten sind dafür nicht ausreichend, teilt das Justizministerium mit.

Land und Gemeinde wollen langfristige Lösung

Zurzeit würden verschiedene Optionen für die Einrichtung einer Ausbildungsstätte in Neumünster und Umgebung geprüft. Das Ministerium bestätigte, dass eine Nutzung von Teilen der Rantzau-Kaserne in Boostedt im Gespräch ist. Nach Informationen unserer Zeitung hat es bereits konkrete Gespräche mit der Gemeinde und Treffen vor Ort gegeben. Demnach hat das Land Interesse an Schulungs- und Unterbringungsgebäuden sowie an der Turnhalle. Einig sind sich Gemeinde und Justizministerium darin, eine langfristige Lösung anzustreben.

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Eröffnung schon zum 1. Oktober?

2011 hatte der Bund die Schließung der Kaserne angekündigt. 2016 zogen die letzten der ehemals 2500 Soldaten aus. Seither wird das Areal überwiegend als Erstaufnahme-Einrichtung für Flüchtlinge genutzt. Da das Justizministerium bereits zum 1. Oktober in Boostedt einziehen möchte, ist auch das Innenministerium als derzeitiger Mieter des Areals in die Planungen eingebunden. Dort hat man dem Vernehmen nach allerdings keinerlei Einwände, das Grundstück zwischen Flüchtlingen und angehenden Justizvollzugsbeamten zu teilen. 

In der neuen Fachschule sollen jährlich zwei bis drei Ausbildungslehrgänge starten und bis zu 25 Frauen und Männer pro Semester eingestellt werden. Die Lehrzeit dauert zwei Jahre. „Der Blockunterricht findet im Wechsel mit Praxisabschnitten in den verschiedenen Vollzugseinrichtungen des Landes statt“, erklärte ein Sprecher des Justizministeriums.

Gemeinderat könnte im August beraten

Für die Gemeinde Boostedt sind die Planungen ein Glücksgriff: „2024 ist in der Erstaufnahme Schluss, sodass sich durch die Fachschule ein kompletter Leerstand verhindern ließe“, sagte Bürgermeister Hartmut König (CDU). Über eine Nutzungsänderung könnte der Gemeinderat noch im August abstimmen. 

Lesen Sie auch einen Kommentar von Bastian Modrow zur neuen Fachschule.

Christian Hiersemenzel 09.07.2019
Christian Trutschel 09.07.2019
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