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Schleswig-Holstein KN-Leser treffen Jens Spahn in Berlin
Nachrichten Schleswig-Holstein KN-Leser treffen Jens Spahn in Berlin
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09:19 18.09.2019
Von Christin Jahns
Die KN-Leser Timo Hahn und Tina Koller mit Gesundheitsminister Jens Spahn. Quelle: Christin Jahns
Berlin

Eine schwere Krankheit, ein Job in der Pflege oder schlechte Erfahrungen mit dem Gesundheitssystem: Die Gründe für den Besuch beim Berliner Salon mit Jens Spahn sind so unterschiedlich wie die Menschen, zu denen sie gehören.

Gleich mehrere KN-Leser haben sich am Dienstagabend auf den Weg in die Hauptstadt gemacht, um dem CDU-Gesundheitsminister beim Talk im China Club ihre ganz persönlichen Fragen zur Finanzierung von Krankenhäusern oder emotionalen Themen wie Abtreibung und Sterbehilfe zu stellen.

Jens Spahn will elektronische Patientenakte bis zum Ende der Legislaturperiode

Dieses Thema treibt auch Marwin Nemitz aus Kiel um, der wissen möchte, warum der Minister gegen Abtreibungen ist. Spahn antwortet zwar nicht direkt, wirbt aber für einen Gesamtblick, bei dem die schwierige Situation der jeweiligen Frau, aber auch das werdende Leben berücksichtigt wird. „Die rechtliche Lösung, so wie wir sie haben, hat eine relativ hohe Akzeptanz“, sagt der 39-Jährige. Aus seiner Sicht sollte man den gefundene Kompromiss bei einem so emotionalen Thema deshalb nicht ohne Not wieder aufschnüren.

Unbedingt angehen will der umtriebige Minister hingegen die Digitalisierung im Pflegebereich. Die elektronische Patientenakte möchte er noch bis zum Ende der Legislaturperiode einführen, da es gerade im Gesundheitssystem noch immer viel zu viele Faxe gebe, die in etwa so „sicher wie eine Postkarte“ seien.

Woher sollen die Pflegekräfte kommen?

Dieser Aussage stimmt auch Tina Koller zu. Die Kielerin arbeitet im Gesundheitswesen und fragt sich, wo die ganzen Fachkräfte, die in der Pflege gebraucht werden, herkommen sollen. Spahn verweist im Gespräch auf eine Dienstreise nach Mexiko und wehrt sich gegen den Vorwurf der Billigarbeitskräfte. „Wir suchen nach Kooperationsländern, in denen die Bevölkerung relativ jung ist, sodass sie über den eigenen Bedarf ausbilden, weil wir keinem anderen Land Pflegekräfte wegnehmen wollen“, sagt der Minister. „Inzwischen konkurriert die ganze Welt um Pflegekräfte, ohne gute Arbeitsbedingungen kommen die nicht.“

Ein Thema, das auch Timo Hahn besonders interessiert. „Ich finde es spannend, auf diese Weise einmal einen ganz anderen Einblick zu bekommen“, sagt der 38-Jährige aus Büdelsdorf. „Es ist gut zu wissen, das der Minister die Situation anderer Länder im Blick hat und nah an den Menschen ist.“

Birte Baillie ist mit einem besonderen Anliegen nach Berlin gereist. Die 60-Jährige arbeitet seit fast 40 Jahren als Kinderkrankenschwester und möchte den Minister auf den Notstand in den Kinderkliniken aufmerksam machen, wo es insbesondere in Schleswig-Holstein zu wenige Betten für die kleinsten Patienten gibt. „Die Ärzte stehen massiv unter Druck, weil im Kinderbereich viel mehr vorgehalten werden muss und er dadurch nicht profitabel ist“, erklärt Baillie. Verantwortlich macht sie dafür vor allem das System, in dem aus ihrer Sicht Fehlanreize gesetzt werden. „Der Profitgedanke ist für mich ein falscher Gedanke im Gesundheitssystem.“

Leser beeindruckt von Spahns Offenheit

Und auch wenn Jens Spahn auf Anhieb keine Lösung für das von Birte Baillie angesprochene Problem parat hatte, zeigte sich die Kinderkrankenschwester nach der Veranstaltung dennoch beeindruckt vom Gesundheitsminister. „Er hat gut zugehört und gut geantwortet, der Ton war sehr respektvoll“, sagt die 60-Jährige.

Auch Tina Koller ist beeindruckt von der Offenheit des Ministers. „Er erkennt Probleme und fasst viele heiße Themen an. Man hat das Gefühl, dass die Pflege in Berlin endlich so weit angekommen ist, dass sie auch Priorität hat.“

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Beim Berliner Salon im China Club hatten einige KN-Leser die Möglichkeit, Gesundheitsminister Jens Spahn Fragen zu stellen.

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